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Grund für Streit unklar Anklage wegen Messerangriffs in Chemnitz erhoben

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Daniel H. war im September niedergestochen worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ende August geraten im sächsischen Chemnitz zwei Menschen in Streit. Ein Dritter kommt hinzu und sticht einen der Beteiligten nieder. In der Stadt eskaliert daraufhin die Lage. Nun schließt die Staatsanwaltschaft einen Teil der Ermittlungen ab.

Mehr als vier Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Mann in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen der Tatverdächtigen erhoben. Dem Syrer Alaa S. wird unter anderem gemeinschaftlicher Totschlag vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft in Chemnitz mitteilte. Er soll Ende August während eines Streits mit einem Messer auf den 35-jährigen Daniel H. eingestochen haben. Dieser starb unmittelbar nach der Tat. Der Fall löste zahlreiche Demonstrationen auch rechter Gruppen aus.

S. sitzt seit Ende August in Untersuchungshaft. Ein weiterer Tatverdächtiger, ein Iraker, ist nach wie vor auf der Flucht. Nach ihm wird seit Monaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Auch er soll mit einem Messer auf H. eingestochen haben.

"Ohne rechtfertigenden Grund"

Den Ermittlungen zufolge geriet der flüchtige Farhad R.A. in der Nacht zum 27. August auf der Straße mit H. in Streit. Worum es dabei ging, konnte bislang nicht geklärt werden. Wenig später sei der Beschuldigte S. dem Iraker zu Hilfe geeilt. Beide hätten anschließend "ohne rechtfertigenden Grund" mit Messern mehrfach auf H. eingestochen. H. erlitt unter anderem einen Herzstich und einen Lungendurchstich.

Auch ein weiterer Mann wurde in den Rücken gestochen und verletzt. Deswegen werden S. auch gemeinschaftlich versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Anklage zufolge nahm S. zumindest billigend in Kauf, die beiden Opfer tödlich zu verletzen.

Weitere Ermittlungen abgetrennt

Das Tötungsdelikt erschütterte die sächsische Stadt. Es kam zu zahlreichen Demonstrationen, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten. Rechte Gruppen versuchten, den Fall für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Auch die AfD zog gemeinsam mit der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und Rechtsradikalen durch Chemnitz. Mehrere Rechtsradikale wurden in Schnellverfahren wegen Zeigens des Hitlergrußes verurteilt.

Im Zuge der Ermittlungen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als hundert Zeugen teils mehrfach vernommen und eine Vielzahl von Spuren ausgewertet. Das Ermittlungsverfahren gegen den noch flüchtigen R.A. sowie einen weiteren beschuldigten Iraker wurde abgetrennt.

Der zunächst mit S. festgenommene Yousif I.A. kam Mitte September, rund drei Wochen nach dem Tötungsdelikt, wieder auf freien Fuß. Der dringende Tatverdacht gegen den Mann bestätigte sich nicht.

Quelle: n-tv.de, jwu/tha/AFP

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