Politik
Wer Asyl erhält, ist zum Besuch eines Integrationskurses verpflichtet.
Wer Asyl erhält, ist zum Besuch eines Integrationskurses verpflichtet.(Foto: dpa)
Montag, 10. April 2017

Hälfte darf vorerst bleiben: Asylanträge gehen um zwei Drittel zurück

47.300 Asylsuchende - so viele kamen in den ersten drei Monaten des Jahres nach Deutschland. Im Vergleich zu 2016 bedeutet das einen starken Rückgang. Rund die Hälfte der Menschen darf vorerst bleiben, nur ein Fünftel bekommt ein Aufenthaltsrecht.

Die Zahl der jeden Monat nach Deutschland kommenden Flüchtlinge ist seit Jahresanfang weitgehend stabil. Von Januar bis März reisten knapp 47.300 Asylsuchende ein, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Davon kamen im März 14.976 und damit ähnlich viele in den beiden Vormonaten. Die Hauptherkunftsländer seien Syrien, der Irak und Afghanistan. Von Januar bis März habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) über 222.395 Asylanträge entschieden. Rund 278.000 unerledigte Anträge liegen der Behörde noch vor.

Die Mehrheit der Asylanträge wird abgelehnt oder erledigt sich anderweitig, etwa durch Rücknahme des Antrages, oder weil ein anderer EU-Staat auf Grundlage des Dublin-Verfahrens zuständig ist. Nur knapp jede zweite Entscheidung des Bamf führt dazu, dass der Asylsuchende vorerst in Deutschland bleiben kann oder zumindest nicht abgeschoben wird.

In den ersten drei Monaten erhielt jeder Fünfte (21,7 Prozent) ein Aufenthaltsrecht als Flüchtling, wovon 859 Personen (0,4 Prozent) als Asylberechtigte anerkannt wurden. Rund 41.100 (18,5 Prozent) erhielten subsidiären Schutz, womit ihr Familiennachzug stark eingeschränkt ist. Für rund 14.000 Personen (6,3 Prozent) erließ die Behörde nur ein Abschiebungsverbot. Abgelehnt oder anderweitig erledigt wurden knapp 54 Prozent der Anträge.

Von Januar bis März registrierte die Behörde mit gut 60.000 neuen Asylanträgen zwei Drittel weniger als im selben Zeitraum 2016. Vergleichszahlen zum Vorjahr zur Einreise von Asylsuchenden teilte das Innenministerium nicht mit. Dies hat damit zu tun, dass die Statistiken kaum vergleichbar sind. Gemessen an damaligen Zahlen der Bundespolizei und zur Verteilung der Hilfesuchenden sind jedoch im ersten Vierteljahr 2017 deutlich weniger Flüchtlinge eingereist als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Seit Januar 2017 wird der Zugang von Asylsuchenden in einer neuen Asylgesuch-Statistik registriert. Im vorigen Jahr stützte sich die Bundesregierung noch auf Meldungen der Bundespolizei, wie viele Flüchtlinge beim Grenzübertritt aufgegriffen wurden. Dies waren von Januar bis März 2016 nach damaligen Äußerungen von Innenminister Thomas de Maiziere etwa 107.000 Flüchtlinge.

Quelle: n-tv.de