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Russland und USA trödeln Atom-Abrüstung verläuft nur schleppend

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Im vergangenen Jahr haben die USA und Russland ihre Atomwaffen-Bestände langsamer zurückgefahren als im Vorjahr.

(Foto: REUTERS)

Das Atomabkommen sieht vor, dass Russland und die USA ihre Waffenarsenale verkleinern. Das tun sie nach neuesten Erkenntnissen aber immer langsamer. Gleichzeitig investieren sie viel Geld in ihre Nuklearwaffen.

Russland und die USA fahren ihre Atomwaffen-Bestände langsamer zurück als noch vor zehn Jahren. Die beiden Länder, die zusammen mehr als 90 Prozent aller Atomwaffen besitzen, rüsteten auch zwischen 2013 und 2014 zögerlicher ab als zwischen 2012 und 2013, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri berichtet. Gleichzeitig modernisieren beide Mächte ihre Bestände.

"Es wird relativ deutlich, dass das nichts mit einem ernst gemeinten Abrüstungsprozess zu tun hat", sagte der Sipri-Experte Phillip Schell. Laut dem 2011 in Kraft getretenen Vertrag "New START" müssen Russland und die USA die Zahl ihrer strategischen Atomwaffen auf 1550 Stück reduzieren. Diesem Ziel kommen die Länder allmählich näher: Die USA verringerten die Zahl ihrer Sprengköpfe demnach um 400 auf 7300, gut 1900 davon sind einsatzbereit. In Russland ging die Zahl um 500 auf 8000 zurück, davon sind 1600 einsatzbereit. Deshalb verlangsame sich das Tempo nun, meint Schell. Auf der anderen Seite planen die USA, im nächsten Jahrzehnt 350 Milliarden Dollar in die Modernisierung und den Erhalt ihrer Atomwaffen zu stecken, wie die Forscher meldeten. Auch Russland investiere kräftig.

Weltweit sind nach Sipri-Angaben knapp 4000 Atomwaffen sofort einsatzbereit. Insgesamt seien 16.300 atomare Sprengköpfe verfügbar. 2013 waren es noch 17.270. Neben Russland und den USA sind danach Großbritannien (225), Frankreich (300), China (250), Indien (90-110), Pakistan (100-120) und Israel (80) im Besitz nuklearer Waffen. Nordkorea hat laut Sipri genug Plutonium oder hochangereichertes Uran für 6 bis 8 Sprengköpfe produziert. "Es gibt aber keine Anzeichen dafür, dass das Land schon einen richtigen Sprengkopf herstellen konnte", sagte Schell.

Quelle: n-tv.de, ame/dpa

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