Politik

5.000.000 Arbeitslose BDI-Chef sieht Talfahrt

DGB-Chef Michael Sommer hat die Äußerung von Industriechef-Chef Michael Rogowski, die Arbeitslosigkeit könne auf nahezu fünf Mio. steigen, als "unverantwortliches Katastrophengerede" kritisiert. "Statt solche frei erfundenen Zahlen in den Raum zu stellen, sollten die Arbeitgeber aktiv an der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mitwirken", sagte Sommer der Nachrichtenagentur AP. Dabei müsse es vorrangig darum gehen, die mehr als eine Mio. offenen Stellen zu besetzen.

Horror-Szenario vom BDI-Chef

BDI-Chef Rogowski macht für eine weitere Talfahrt am Arbeitsmarkt auch die Steuerpläne der Bundesregierung verantwortlich. Die Versuche, die Haushaltslöcher zu stopfen, würden die Unternehmen bis zum Jahr 2006 zusätzlich mit rund 40 Mrd. Euro belasten, sagte er ebenfalls AP. Die Bereitschaft zum Investieren sinke deshalb noch weiter. Die Zahl der Pleiten werde steigen, den Bürgern Kaufkraft entzogen, was die Binnenkonjunktur noch stärker abwürge.

Die Zahl der Arbeitslosen werde in Richtung fünf Mio. steigen, wenn die Politik keine grundlegenden Strukturreformen ergreife. Die Hartz-Pläne allein reichten selbst bei vollständiger Umsetzung für eine Wende am Arbeitsmarkt nicht aus.

Kanzler plant neues Bündnis für Arbeit

Nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" plant Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ein neuartiges Bündnis für Arbeit. Darin soll es keine langwierigen Arbeitsgruppen und keine Runden mit den bekannten Verbandsvertretern mehr geben. Die runden Tische hätten sich nicht bewährt, zitiert das Blatt Regierungskreise.

Stattdessen wolle Schröder "Macher aus den Kreisen der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Arbeitnehmer" mit Regierungsvertretern zu regelmäßigen Chef-Gesprächen zusammenrufen, berichtet die Zeitung weiter.

Quelle: n-tv.de

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