Politik

"Ein klimapolitischer Irrweg" BUND kritisiert Förderung von Plug-in-Hybriden

264927745.jpg

Der BUND kritisiert die geplante Förderung des Kaufs von Plug-in Hybriden durch die kommende Bundesregierung.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Die Umweltschützer des BUND kritisieren die Pläne der kommenden Ampel-Koalition, die Förderung von Plug-in-Hybriden zunächst beizubehalten. Jegliche Hilfen und Vorteile müssten auf null gesenkt werden, fordern sie. Die Politik führt Lieferschwierigkeiten der Autobauer als Grund für die Pläne an.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Ampel-Pläne zur weiteren staatlichen Förderung von Plug-in Hybridfahrzeugen kritisiert. Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik, sagte: "Dass die Anschaffung von Plug-in-Hybriden noch bis Ende des kommenden Jahres ohne Vorgaben subventioniert werden soll, ist ein klimapolitischer Irrweg." Konzerninterne Fehleinschätzungen bei der Bauteilbeschaffung dürften dafür keine Legitimation bieten, sagte Hilgenberg mit Blick auf Materialmangel in der Autobranche und lange Wartezeiten für Kunden. "Jegliche Art von Kaufbeihilfen und steuerlichen Vorteile für Plug-in-Hybride müssen auf null zurückgefahren werden", forderte Hilgenberg.

Bei einer angedachten Begrenzung der staatlichen Förderung auf Fahrzeuge, die nachweislich einen "positiven Klimaschutzeffekt" hätten, sei zudem zu befürchten, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge pauschal bewertet werden: "Hier braucht es zumindest klare Vorgaben zu Größe, Strom- und Ressourcenverbrauch, noch besser wäre es natürlich, das eingesetzte Steuergeld in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu investieren."

Gibt es aber 2025 noch eine staatliche Kaufprämie?

Plug-in-Hybride kombinieren einen Elektro-Antrieb mit einem Verbrenner. Umstritten ist, wie viel sie wirklich im rein elektrischen Betrieb gefahren werden. Plug-in-Hybride sind oft schwere SUV. Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP heißt es, insbesondere wegen bestehender Auslieferungsschwierigkeiten der Hersteller bei bestellten Plug-in-Hybriden solle die staatliche Innovationsprämie unverändert nach der bisherigen Regelung bis Ende 2022 fortgeführt werden.

Danach solle die Förderung für elektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride degressiv und grundsätzlich so reformiert werden, dass sie ab 2023 nur für Fahrzeuge ausgegeben wird, die "nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt" haben. Über das Ende 2025 hinaus sei die Innovationsprämie nicht mehr erforderlich. Damit ist aber noch offen, ob es über 2025 hinaus eine staatliche Kaufprämie gibt. Denn die Rede ist von der Innovationsprämie.

Mitte des vergangenen Jahres war die bestehende Kaufprämie (Umweltbonus) für E-Autos und Plug-in-Hybride über eine Innovationsprämie erhöht worden - der Bund hatte seine Förderung beim Kauf solcher Fahrzeuge verdoppelt, befristet bis Ende 2021. Das hatte für stark steigende Neuzulassungen bei E-Autos geführt.

Quelle: ntv.de, als/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen