Politik

Krach in CDU Sachsen Biedenkopf rechtfertigt Rauswurf Milbradts

Auch mehrere Tage nach der Entlassung von Finanzminister Georg Milbradt durch Ministerpräsident Kurt Biedenkopf kommt die sächsische CDU nicht zur Ruhe. Jetzt hat Biedenkopf den Rauswurf noch einmal öffentlich gerechtfertigt.

Nach dem Versuch, ihn mit der Wahl eines anderen Fraktionsvorsitzenden vor vollendete Tatsachen zu stellen, habe es nur die Möglichkeit gegeben, "durchzugreifen und die Autorität zu sichern oder die Sachen zu packen und dem anderen den Prozess zu überlassen", sagte der Ministerpräsident der "Freien Presse" in Chemnitz.

Der Finanzminister habe sich dem Fair Play, das ihm mit anderen Bewerbern gleiche Chancen einräumen sollte, entzogen. Das sehen in der sächsischen CDU nicht alle so und haben sich auf die Seite Milbradts gestellt.

CDU-Landesvorstand tagt

Unter dem Eindruck der einsamen Personalentscheidung Biedenkopfs tagt heute der CDU-Landesvorstand in Dresden. Er wird sich mit der kritischen Stimmung in der sächsischen CDU befassen.

Biedenkopf hatte Milbradt in der vergangenen Woche am Rande einer Klausurtagung in Leipzig einen "miserablen Politiker" genannt, der einen Fehler nach dem anderen mache, sobald er sein fachpolitisches Terrain verlasse. Mit Milbradt verliert die Staatsregierung ihren profiliertesten Politiker. Milbradt galt lange als möglicher Nachfolger von Biedenkopf. Der langjährige Ministerpräsident will 2003 vorzeitig aus dem Amt ausscheiden.

Der 55-jährige Milbradt - seit 1990 als Finanzminister Sachsens tätig - will im Konflikt mit Regierungschef Biedenkopf nicht zurückstecken. In Dresden sagte er, bei aller Loyalität müsse es erlaubt sein, über die Zeit nach Biedenkopf nachzudenken. Milbradt will als stellvertretender Vorsitzender der sächsischen CDU und als Landtagsabgeordneter in der Politik bleiben.

Quelle: ntv.de