Politik

Kippt die Stimmung? Brexit-Befürworter liegen vorn

2da5e9e122fd32ae8f718e2cb47b21fa.jpg

Lachender Anti-Europäer: Nigel Farage von der rechtspopulistischen Ukip träumt seit Jahren von einem EU-Ausstieg.

(Foto: REUTERS)

In gut zwei Wochen entscheidet Großbritannien über die Frage: Soll das Land die EU verlassen? Nach jüngsten Umfragen können die Befürworter eines Brexit rapide aufholen. Sie haben inzwischen wieder die Nase vorn.

Für die Europafreunde in Großbritannien sieht es nicht gut aus. Nach jüngsten Umfragen des Meinungsforschungsinstituts YouGov kommen die Befürworter eines Brexit, also eines Ausscheidens des Landes aus der EU, auf 45 Prozent. 41 Prozent der befragten Briten wollen dafür stimmen, dass das Land in der EU bleibt. Elf Prozent sind noch unentschieden. Für die Umfrage wurden zwischen dem 1. und 3. Juni fast 3500 Menschen online befragt. YouGov ist das Umfrageinstitut mit den meisten Teilnehmern.

Damit hat die Brexit-Kampagne rapide aufgeholt. Bei einer YouGov-Umfrage vom 18. Mai lagen die Gegner eines Brexit mit 44 Prozent zu 40 Prozent noch vor den Befürwortern. Zuletzt hatten die Brexit-Befürworter im Februar bessere Umfragewerte als die "Remain"-Kampagne.

Zu einem ähnlichen Ergebnis wie YouGov kommt auch eine TNS-Umfrage. Danach liegt das Lager der Brexit-Befürworter bei 43 Prozent - und hat damit zwei Prozentpunkte mehr als die Gegner eines Brexit unter Premierminister David Cameron. Die TNS- Erhebung wurde schon zwischen dem 19. und 23. Mai erstellt.

Lesen im Kaffeesatz

Die Briten entscheiden am 23. Juni über ein Ausscheiden ihres Landes aus der EU. Die rechtspopulistische Ukip unter Nigel Farage, die bei den letzten Parlaments- und Europawahlen große Erfolge feierte, kämpft seit Jahren für einen EU-Austritt. Auch viele Konservative, angeführt von dem ehemaligen Londoner Bürgermeister Boris Johnson, sind für einen Brexit. Sie argumentieren unter anderem damit, dass die EU die Souveränität Großbritanniens massiv einschränke und zu Masseneinwanderung führe. Die Labour Partei ist in der Frage ebenfalls zerstritten, wenngleich die meisten ihrer Politiker für einen Verbleib in der EU sind. Sie argumentieren vor allem mit den negativen wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts.

Allerdings haben die Umfragen nur eine begrenzte Aussagekraft. Bereits beim schottischen Referendum 2014 sowie bei den Unterhauswahlen 2015 lagen die Meinungsforscher komplett falsch, den klaren Sieg Camerons etwa hatte niemand erwartet.

Diskutieren Sie mit auf Facebook!

Quelle: n-tv.de, ghö