Politik

Nach Drohgebärden der USABundeswehr entsendet Soldaten nach Grönland

14.01.2026, 20:18 Uhr
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Die Bundesdienstflagge weht auf einem Schiff der deutschen Marine. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundesregierung positioniert sich klar gegen die Ansprüche der USA auf Grönland. Nach erneuten Drohungen durch Präsident Trump schickt die Bundeswehr nun ein Erkundungsteam auf die Arktis-Insel. Auch weitere europäische Verbündete senden militärisches Personal.

Vor dem Hintergrund der US-Ansprüche auf Grönland entsenden die Nato-Staaten Deutschland, Schweden und Norwegen Militärpersonal auf die Insel. "Deutschland wird morgen ein gutes Dutzend Soldaten als Erkunder nach Grönland schicken", sagte ein Regierungssprecher.

Das Verteidigungsministerium teilte am Abend mit, Deutschland werde sich "auf Einladung Dänemarks vom 15. bis 17. Januar gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen an einer Erkundung in Grönland beteiligen". Ziel sei es, "die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung".

Die Bundeswehr wird dazu am Donnerstagmorgen mit einem Airbus A400M Transportflugzeug ein Erkundungsteam mit 13 Bundeswehrangehörigen nach Nuuk in Grönland entsenden. Die Erkundung vor Ort werde zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden, hieß es.

Norwegen und Schweden beteiligt

Norwegen werde zwei Soldaten im Zuge einer besseren Kooperation der Nato schicken, sagte Verteidigungsminister Tore Sandvik Reuters. Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson wiederum erklärte auf der Plattform X, noch am Mittwoch würden einige schwedische Offiziere auf Grönland eintreffen.

"Gemeinsam bereiten sie die nächsten Schritte im Rahmen der dänischen Übung 'Operation Arctic Endurance' vor", schrieb Kristersson. Man habe damit auf eine dänische Anfrage reagiert. Die Offiziere gehörten zu einer Gruppe aus mehreren verbündeten Ländern.

Wie die "Bild" berichtet, wird der Einsatz von Kopenhagen aus koordiniert - ausdrücklich nicht über die Nato-Strukturen. "Die nordischen Staaten in der Nato unterstehen dem Nato-Kommando in den USA." Der Einsatz solle aber ohne die Vereinigten Staaten laufen.

Nach einem Krisentreffen mit US-Vertretern sagte der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen am Abend, US-Präsident Donald Trump wolle Grönland weiterhin "erobern". Vor dem Treffen hatte Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social geschrieben, dass alles andere als eine Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten nicht akzeptabel sei.

Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und damit Teil der Nato. Die Bundesregierung hatte sich klar gegen die Ansprüche der USA auf Grönland gewandt. Man wolle aber den arktischen Raum vor der russischen Bedrohung im Rahmen der Nato zusammen mit den USA sichern, hatten etwa Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius gesagt. Merz betonte, dass dies innerhalb der Nato geschehen solle.

Quelle: ntv.de, dsc/rts

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