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Streitkräfte buhlen um neues Personal Bundeswehr vervierfacht Werbeausgaben

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Seit Aussetzen der Wehrpflicht wirbt die Bundeswehr verstärkt als zuverlässiger Arbeitgeber.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bundeswehr versucht verstärkt, Nachwuchs anzuwerben und lässt sich das auch etwas kosten. Während Verteidigungsminister de Maizière die teuren Kampagnen als Erfolg wertet, befürchtet die Linke eine "Militarisierung der Gesellschaft".

Auf der Suche nach Nachwuchs hat die Bundeswehr seit der Aussetzung der Wehrpflicht ihre Ausgaben für Personalwerbung vervierfacht. Wie aus einer vom Bundestag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervorgeht, gab die Bundeswehr im vergangenen Jahr rund 20,3 Millionen Euro für Werbekampagnen aus. Das Verteidigungsministerium bestritt jedoch Probleme bei der Rekrutierung neuer Soldaten.

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Ist zufrieden mit der Personalentwicklung bei der Bundeswehr: Verteidigungsminister de Maizière.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Jahr 2010, als die Aussetzung der Wehrpflicht beschlossen wurde, lagen die Kosten der Personalwerbung den Angaben zufolge noch bei rund 5,1 Millionen Euro. Im Jahr 2011, als die vorläufig letzten Wehrpflichtigen im Sommer die Kasernen verließen, lagen die Ausgaben für Anzeigen im Fernsehen, Radio, Internet und in Druckerzeugnissen schon bei 8,5 Millionen Euro. Für das kommende Jahr ist der Bundesregierung zufolge ein Betrag von rund 18 Millionen Euro vorgesehen.

Das Verteidigungsministerium verwies auf die kürzlichen Äußerungen von Ressortchef Thomas de Maizière, denen zufolge die Personalanwerbung erfolgreich verlaufe. Demnach werden pro Jahr 15.000 Neueinstellungen benötigt, um die Sollstärke von 170.000 Soldaten zu halten. Nach den Angaben des CDU-Politikers wurden bis Ende August bereits 80 Prozent des diesjährigen Personalbedarfs gedeckt. Die Zahl der zusätzlich freiwillig Wehrdienstleistenden liegt demnach bei derzeit 8500. Der Minister hatte mit der Bundeswehrreform das Ziel von 5000 bis 15.000 Freiwilligen ausgegeben.

Linke befürchtet "Militarisierung der Gesellschaft"

Die Linken-Fraktion hält in ihrer Anfrage fest, sie sei der Auffassung, dass der Werbeaufwand zu einer "Militarisierung der Gesellschaft" führe. Die Bundesregierung weist dies in ihrer Antwort zurück: Die Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr, die separat von den Personalwerbungskosten berechnet werden, sind demnach zwischen den Jahren 2010 und 2012 mit einem Anstieg um 250.000 Euro auf rund 2,6 Millionen Euro nur leicht gewachsen.

Wie aus der Antwort der Bundesregierung ebenfalls hervorgeht, fanden im vergangenen Jahr über 9600 Vorträge und Veranstaltungen der Bundeswehr an Schulen statt. Rund 2400 dieser Veranstaltungen gab es in Bayern, gefolgt vom bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit rund 1300 Veranstaltungen. Die Personalwerber der Bundeswehr kommen nach Angaben der Bundesregierung nur auf Einladung der Schulleitungen an die Lehrinstitute.

Quelle: n-tv.de, AFP

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