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Freitag, 24. Mai 2013

Studentenverbindungen regeln ihr Deutschsein: Burschen müssen keine "Arier" sein

Jahrelang streitet die Deutsche Burschenschaft über ihre Aufnahmekriterien. Im Mittelpunkt: die Abstammung ihrer Mitglieder, denn die müssen - natürlich - Deutsche sein. Nun fällt die Entscheidung über den umstrittenen "Ariernachweis".

Die deutsche Fahne war allgegenwärtig bei einem Fackelzug der deutschen Burschenschafter im vergangenen Jahr.
Die deutsche Fahne war allgegenwärtig bei einem Fackelzug der deutschen Burschenschafter im vergangenen Jahr.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutsche Burschenschaft wird nun doch keine einheitlichen Regeln mit strengen Abstammungskriterien für die Aufnahme in Studentenverbindungen festlegen. Stattdessen soll jede Verbindung selbst entscheiden, wen sie aufnimmt, teilte der Sprecher der Deutschen Burschenschaft, Walter Tributsch, mit. Der Antrag, die Aufnahmeregelungen zu vereinheitlichen und die Definition des Deutschseins eng an das Bundesvertriebenengesetz anzulehnen, sei nach zwanzigminütiger Debatte zurückgezogen worden. Kritiker hatten den Burschenschaften vorgeworfen, eine Art "Ariernachweis" einführen zu wollen.

Zwei Jahre lang hatten die Burschenschaften teilweise heftig darüber gestritten, welchen kulturellen Hintergrund ein Student haben muss, um als deutsch zu gelten und damit Mitglied der Verbindungen werden zu können. Tributsch nannte die Zurückziehung des Vorschlages der Kommission eine "einheitsfördernde Entscheidung". Damit sei der Status aus dem Jahr 1971 wiederhergestellt worden.

Polizei kritisiert Extremismus der Burschenschaft

Die Deutsche Polizeigewerkschaft forderte derweil eine stärkere Beobachtung der Deutschen Burschenschaft durch den Verfassungsschutz. Die Diskussion in der Burschenschaft über die Einführung eines sogenannten "Ariernachweises" sei ein erschreckendes Beispiel für die ausgeprägten extremistischen und rassistischen Tendenzen in dieser Burschenschaft", erklärte der stellvertretende Bundesvorsitzende Hermann Benker.

Die Zugehörigkeit der Burschenschafter zu einer altehrwürdigen Gemeinschaft mit akademischem Hintergrund dürfe nicht "über ihre in Teilen menschenverachtende Denkweise hinwegtäuschen", warnte Benker.

Die Burschen verabschiedeten laut Tributsch zudem eine Resolution, in der sie die Europäische Union auffordern, einen eigenen Kommissar zu berufen, der sich um die Jugendarbeitslosigkeit in Europa kümmert.

In der Deutschen Burschenschaft als Dachverband sind nach eigenen Angaben trotz Austritten etwa 100 Studentenverbindungen versammelt. Der Verband repräsentiere mehr als 10.000 Mitglieder im deutschen Sprachraum.

Quelle: n-tv.de