Politik

Feinde könnten Militärbasen orten China verbietet soziale Netzwerke

Texte und Bilder bei sozialen Netzwerken? Nicht mehr von chinesischen Soldaten. Mehr als zwei Millionen Militärs sind betroffen. Vergangene Woche hatte China eine Elitetruppe mit dem Kampf gegen Cyberattacken aus dem eigenen Land beauftragt.

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China fürchtet das Kommunikationsbedürfnis der eigenen Armee.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die 2,3 Millionen chinesischen Soldaten dürfen ab sofort keine sozialen Netzwerke im Internet mehr nutzen. Über die Online-Freunde könnten Geheimnisse öffentlich und dem Feind Vorteile verschafft werden, schrieb die Armeezeitung "Jiefangjun Bao". Durch die Bekanntgabe von Adresse, Tagesablauf und weiteren Angaben eines Soldaten könnten Feinde Militärbasen orten.

Noch schlimmer seien ins Netz gestellte Fotos von Trainingseinheiten, wodurch Informationen über Ausrüstung und die militärischen Kapazitäten Chinas offengelegt würden. Die Offiziere und Soldaten müssten die "echten Gefahren" verstehen, die von Online-Freundschaften ausgingen, schrieb das Armeeblatt.

Eliteeinheiten gegen Hacker

Die chinesische Volksarmee ist die größte Armee der Welt. Daneben gibt es in China knapp eine halbe Milliarde Internetnutzer, zahlreiche soziale Onlinenetzwerke und Microblogging-Seiten. Facebook und Twitter werden seit 2009 zensiert. Vergangene Woche hatte China Angaben von "Jiefangjun Bao" zufolge eine Elitetruppe mit dem Kampf gegen Cyberattacken beauftragt. Damit solle eine "Armee von Hackern" verhindert werden, hieß es.

Deutschland, die USA und Australien hatten China vorgeworfen, chinesische Hacker seien für Angriffe auf Internetseiten von Regierungen und Unternehmen weltweit verantwortlich.

Quelle: n-tv.de, AFP

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