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Anschlag in Kabuler Militärcamp Deutscher General angeschossen

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In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach tödliche Angriffe von afghanischen Sicherheitskräften auf Nato-Verbündete gegeben.

(Foto: AP)

Terror in Kabul: Zwar neigt sich der Kampfeinsatz der internationalen Truppen in Afghanistan dem Ende zu, die Todesgefahr aber bleibt - selbst für Generäle an vermeintlich sicheren Orten wie dem Militärcamp Kargha. Bei einem Attentat stirbt ein US-General, ein deutscher Brigadegeneral wird verwundet.

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Nach dem Anschlag wurden die Sicherheitsmaßnahmen im Camp verstärkt.

(Foto: dpa)

Bei einem Attentat in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein deutscher General verletzt worden. Ein Mann in afghanischer Uniform eröffnete in dem von Briten geleiteten Ausbildungscamp in der Hauptstadt Kabul das Feuer. Insgesamt wurden mindestens 15 Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf bei dem Attentat in dem von Großbritannien geleiteten Trainingszentrum Camp Kargha verwundet und einer getötet.

Vermutlich starb der ranghöchste amerikanische Soldat seit Beginn des US-Einsatzes in Afghanistan 2001. Das sagte Pentagonsprecher John Kirby, nannte aber nicht den Namen des getöteten Generals, da die Familie erst benachrichtigt werden müsse. Der deutsche General sei außer Lebensgefahr und werde medizinisch versorgt, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in der Nähe von Berlin mit.

Soldat oder Terrorist?

Zum Tathergang gibt es widersprüchliche Angaben. Das afghanische Verteidigungsministerium meldete, dass ein "Terrorist in der Uniform der Nationalarmee" das Feuer auf afghanische und ausländische Truppen eröffnet habe. Aus der afghanischen Armee hieß es dagegen, der Schütze sei ein Soldat gewesen, der nach einem Streit auf seine Ausbilder geschossen habe. Die Bundeswehr sprach von einem vermutlichen "Innentäterangriff".

Der Anschlag ereignete sich während eines Treffens mit afghanischen Führungspersönlichkeiten in dem Camp. Der verletzte Brigadegeneral hat den niedrigsten Generalsrang in der Bundeswehr.

87 Attentate in 13 Jahren

Solche Angriffe hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Der US-Internetdienst "Long War Journal" zählt 87 zwischen Anfang 2008 und Juni 2014. Die Hälfte der Attentate ereignete sich demnach 2012. Auch Bundeswehrsoldaten wurden bereits von vermeintlichen Verbündeten getötet. Den Namen des verletzten Brigadegenerals veröffentlichte die Bundeswehr zunächst nicht. Er ist der zweite deutsche General, der während des fast 13-jährigen Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan zum Opfer eines Anschlags wurde. Vor drei Jahren wurde Generalleutnant Markus Kneip bei einem Sprengstoffanschlag auf den Gouverneurssitz im nordafghanischen Talokan verletzt. Heute zählt er zu den wichtigsten militärischen Beratern von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

In der Provinz Paktia kam es zu einer Schießerei zwischen einem afghanischen Polizei-Bodyguard des Gouverneurs und einem Isaf-Soldaten, bei dem beide verletzt wurden. In der westlichen Provinz Herat wurde nach Polizeiangaben eine vierköpfige Familie bei einem Luftangriff der Nato-Truppen getötet. Der Kampfeinsatz der Nato in Afghanistan läuft zum Jahresende aus. Anschließend sollen noch bis zu 800 der derzeit noch rund 2100 Bundeswehrsoldaten zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land bleiben.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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