Politik

Waldexistenz in Slowenien Deutscher Salafist festgenommen

Die slowenische Polizei verhaftet einen radikalen Islamisten aus Deutschland. Wochenlang versteckt sich der Mann zuvor in österreichischen Wäldern und bricht immer wieder in Alm-Hütten ein.

Ein 27-jähriger Salafist aus Baden-Württemberg ist Ende Juli in Slowenien festgenommen worden. Der wegen Serieneinbrüchen im österreichischen Bundesland Kärnten gesuchte Islamist habe sich seiner Festnahme durch die Flucht nach Slowenien entzogen. Dort sei er aber kurze Zeit später verhaftet worden, bestätigte das österreichische Innenministerium in Wien. Zuvor hatte die "Welt" über den Fall berichtet.

Das Auswärtige Amt bestätigte lediglich, dass am 30. Juli ein deutscher Staatsangehöriger in Slowenien inhaftiert wurde. Er werde konsularisch betreut und die Botschaft stehe in Kontakt mit den slowenischen Behörden.

Der Konvertit Gabriel K., dem im März vergangenen Jahres in Deutschland in einem Gerichtsverfahren Strafunfähigkeit attestiert worden war, hatte im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Baby in einer Art Waldlager gehaust, berichtete der Sprecher weiter. Wegen mehrerer Einbrüche in Almhütten sollte der Deutsche in Österreich festgenommen werden.

Frau und Kind

Die 25-jährige Frau soll nach slowenischen Medienberichten im vergangenen März in der Stadt Murska Sobota zu 3 Monaten und 15 Tagen Haft wegen eines Angriffs auf Polizeibeamte verurteilt worden sein. Dann sei sie nach Deutschland abgeschoben worden. Kurze Zeit später tauchte sie jedoch wieder in Kärnten auf, wo sie vor drei Monaten allein im Wald ein Kind zur Welt brachte. Sie soll in einem österreichischen Frauenhaus untergebracht sein.

Ihr Lebensgefährte ist nach österreichischen Angaben in der slowenischen Stadt Celje inhaftiert. Noch sei unklar, ob er nach Österreich ausgeliefert werde, wo gegen ihn wegen der Einbrüche ein Haftbefehl vorliege. Von slowenischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Quelle: ntv.de, dpa