Politik

"Dieser Frau total verfallen" Deutschlands Karikaturisten für Merkel

Überraschende Wende in der K-Frage: Während die Republik noch über den Kanzlerkandidaten der Union rätselt, hat sich eine Mehrheit namhafter deutscher Karikaturisten bereits für CDU-Chefin Angela Merkel entschieden. In einer Blitzumfrage, die der Münchner Karikaturist Dieter Hanitzsch exklusiv für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gemacht hat, bringt sein Kollege Luis Murschetz ("Süddeutsche Zeitung", "Zeit") seine zeichnerische Vorliebe für die Christdemokratin auf den Punkt: "Weil sie auch von hinten und sogar von weit weg leicht erkennbar ist."

Ernst Maria Lang ("Süddeutsche Zeitung") dagegen ist es egal, ob Merkel oder der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber das Rennen macht. Auch ohne Amt würden beide genug Motive liefern, sagt der Doyen der Karikaturisten-Zunft. "Aus Angela Merkels sanften Augen fließt eine verwirrende Beißhemmung, Edmund Stoiber bläst Pfeffer in die Tusche."

Fritz Behrendt ("Frankfurter Allgemeine Zeitung") schließt sich an: "Beide bieten alles für die Karikatur." Unentschieden zeigt sich Horst Haitzinger (Münchner "tz" und andere): "Sie ist hängelippig, er spitznasig."

Geradezu als euphorischer Merkel-Fan zeigt sich Gerhard Haderer ("Stern"): "Ich bin dieser Frau total verfallen." Sein Kollege Nel von der "Thüringischen Landeszeitung": "Ich werde mit ihr schneller fertig. Ironimus (Gustav Peichl, "Süddeutsche" und "Presse", Wien) sieht in der CDU-Chefin vor allem das "Weib" und ihre "lustige Frisur". Noch intimer fällt die Antwort bei Dieter Zehentmayr ("Berliner Zeitung") aus: Für ihn ist Angela Merkel einfach "runder, lustiger, variabler".

Dagegen mangelt es den Pro-Stoiber-Karikaturisten häufig an schlagkräftigen "Zeichen-Argumenten". So ist Barbara Henninger ("Eulenspiegel") für Stoiber, "aber nur, wenn Bayern zur EU gehört".

Heiko Sakurai ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") hat den CSU-Chef "ein bisschen lieber, weil er mehr polarisiert". Pepsch Gottscheber ("Süddeutsche Zeitung" und andere) machen beide Unionspolitiker Spaß. Auch Klaus Stuttmann ("taz", "Tagesspiegel") meint: "Am liebsten würd' ich beide im Zweierpack zeichnen, als Dick und Doof zum Beispiel." Eindeutig für den CSU-Vorsitzenden zeigt sich Umfrage-Initiator Hanitzsch ("Süddeutsche Zeitung"): "Bei Stoiber kann man härter hinlangen."

Quelle: ntv.de