Politik

Engagement für die Menschheit Dresden ehrt Gorbatschow

Der frühere sowjetische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Gorbatschow erhält den erstmals vergebenen "Dresden-Preis". Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird ihm vom Verein Friends of Dresden Deutschland verliehen. Damit würdigt der Verein Gorbatschows Engagement zum "Wohl der gesamten Menschheit".

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Gorbatschow präsentiert den soeben erhaltenen "Dresden-Preis".

(Foto: dpa)

Die sächsische Landeshauptstadt Dresden hat den früheren sowjetischen Präsident Michail Gorbatschow mit dem "Dresden-Preis" geehrt. Als Initiator der Perestroika in der damaligen Sowjetunion habe Gorbatschow zum friedlichen Verlauf der demokratischen Umwälzung in Deutschland und Osteuropa beigetragen, hieß es zur Begründung.

Der 78 Jahre alte Preisträger zeigte sich "zutiefst gerührt" und warb für eine friedliche Lösung von Konflikten. Die Probleme der Welt müssten im Dialog gelöst werden. "Wir haben es doch bewiesen, sagte Gorbatschow.

Die mit 25.000 Euro verbundene Auszeichnung wurde ihm bei einem Festakt in der Semperoper vom Verein Friends of Dresden Deutschland verliehen.

Gorbatschow war wie auch der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) am Samstagabend Gast beim Gedenkkonzert der Staatskapelle Dresden anlässlich der Zerstörung der Elbestadt im Zweiten Weltkrieg. Aus Sicherheitsgründen war die Preisverleihung um einen Tag verschoben worden. Der Preis soll künftig jährlich besondere Leistungen gegen Konflikte, Gewalt und Eskalationen honorieren.

Dresden gedenkt der Bombennacht

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Kerzen tragend nehmen mehrere hundert Menschen nahe der Frauenkirche an einem Gottesdienst in Erinnerung an die Opfer des Luftangriffes teil.

(Foto: APN)

Mit Glockengeläut und einer anschließenden "Nacht der Stille" in der Frauenkirche war am Vorabend das Gedenken an die Zerstörung Dresdens zu Ende gegangen. Die Elbestadt war vor 65 Jahren bei Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber zerstört worden, bis zu 25.000 Menschen kamen ums Leben.

Nach den traditionellen Konzerten der Staatskapelle Dresden und der Philharmonie gingen viele Besucher mit Kerzen in der Hand noch einmal zur Frauenkirche. Das Gotteshaus ist ein Symbol für die Tragödie, aber auch für den Wiederaufbau Dresdens. Gegen 22.00 Uhr - dem Zeitpunkt der ersten Angriffswelle britischer Bomber am 13. Februar 1945 - läuten in Dresden alle Kirchenglocken.

Deutliches Zeichen gegen Rechts

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Teilnehmer einer Menschenkette gegen Rechtsextremismus.

(Foto: dpa)

Am 65. Jahrestag der Luftangriffe hatten mehr als 10.000 Menschen ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt und den Aufmarsch einiger tausend Neonazis vereitelt. Gegendemonstranten blockierten seit den Vormittagsstunden den Zugang zur vorgesehenen Marschstrecke und machten es damit unmöglich, dass Rechtsextreme aus dem In- und Ausland durch die Stadt ziehen konnten. Dresden habe den angereisten Neonazis klar die Stirn geboten, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Am Rande kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen.

Verletzte und Festnahmen

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Polizisten räumen eine Blockade von Demonstrationsteilnehmern.

(Foto: APN)

Die Polizei registrierte nach ihrem Einsatz 27 Verletzte, darunter 15 Polizisten. Allerdings wurde keiner schwer verletzt. 29 Menschen kamen in polizeilichen Gewahrsam, gab die Polizeidirektion Dresden kurz vor Mitternacht bekannt. Die Betroffenen im Alter zwischen 16 und 36 müssten sich unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz sowie des Waffengesetzes verantworten.

"Fast alle Veranstaltungen und Versammlungen in Dresden trugen dem Anlass des Tages gebührend Rechnung", sagte Polizeipräsident Dieter Hanitsch.

Quelle: n-tv.de, dpa