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Klima-Ultimatum der Erde endet 2015 EU bekennt sich zu Kyoto

Im Dezember beraten die Staaten der Welt erneut über ein Klimaschutzabkommen. Das Problem: die USA und Schwellenländer wie China sträuben sich gegen verbindliche Regelungen. Sinkt der CO2-Ausstoß nicht, werden die Folgen ab 2015 unumkehrbar sein. Nun bekennt sich die EU erneut zu den Zielen des Kyoto-Protokolls.

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Lebensraum bedroht: Pinguine in der Antarktis.

(Foto: dpa)

Knapp zwei Monate vor der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hat sich die EU zur Fortsetzung des Kyoto-Protokolls bekannt. Allerdings knüpften die EU-Umweltminister ihre Bereitschaft an Bedingungen: Die EU werde sich neuen Zielen bei der Reduzierung des klimaschädlichen CO2 unterwerfen, wenn auch die größten Verschmutzer - vor allem die USA und Schwellenländer wie China - sich mittelfristig zu einem global verbindlichen Abkommen verpflichteten, sagte EU-Kommissarin Connie Hedegaard. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich beim Petersberger Klimadialog im Juli für eine Folgevereinbarung ausgesprochen.

Zu diesem Ziel müsse in Durban ein konkreter Zeitplan verabschiedet werden. Als mögliches Datum, "bis die anderen mit an Bord kommen", nannte Hedegaard 2015. Ab eben diesem Jahr muss nach Ansicht der Wissenschaft der CO2-Ausstoß der Welt kontinuierlich sinken, damit die Folgen der Klimaerwärmung bis zu einem gewissen Maß kontrollierbar bleiben. Bereits jetzt sind dramatische Effekte feststellbar: Grönlands Gletscher verschwinden, auch der immer schneller steigende Meeresspiegel sei eine "potenziell desaströse" Folge, so Potsdamer Klimaforscher.

"Das ist eine Brücke, bis wir geklärt haben, was danach kommt", sagte sie weiter. In Durban geht es vor allem um die Frage, wie der Klimawandel nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls Ende 2012 aufgehalten werden kann. Bislang besteht international die Absicht, den Temperaturanstieg unter zwei Grad zu halten, gegenüber der vorindustriellen Zeit.

"Europa ist nicht das Problem"

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EU-Kommissarin Connie Hedegaard warnt.

(Foto: dpa)

Die EU ist heute für 11 bis 16 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. "Europa ist nicht das Problem", sagte Hedegaard. Die EU habe bereits eigene Ziele basierend auf Kyoto in der Gesetzgebung definiert und sei dabei, diese zu übertreffen. Dagegen würden viele Schwellenländer von Jahr zu Jahr mehr klimaschädliches CO2 ausstoßen.

Das in Durban ein global verbindliches Klimaabkommen zustande kommt, gilt als ausgeschlossen. "Das leichteste wäre, diesen ganzen internationalen Prozess zu begraben. Das schwere ist, einen Weg nach vorne zu finden", sagte Hedegaard. Wenn sich nur die EU und einige kleinere Länder zu einem Kyoto II verpflichteten, könne Durban nicht zum Erfolg erklärt werden.

Das 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll verpflichtet die Industrieländer, die Emissionen der wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Die USA haben das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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