Politik

Erneuerbare werden ausgebaut EU empfiehlt Energiesparen in Industrie und Haushalten

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellt die Europäer auf mehr Energiesparen ein.

(Foto: picture alliance / AA)

Der Boykott russischer Energieträger stellt die EU vor echte Herausforderungen. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem gemeinschaftlichen Einkauf von Flüssiggas und Wasserstoff, sollen Industrie und Haushalte den Energieverbrauch senken. Damit sollen zügig Öl und Gas eingespart werden.

Die EU-Kommission will die Europäische Union unter anderem durch das Einsparen von Energie und gemeinsame Einkäufe auf dem Weltmarkt unabhängig von Öl und Gas aus Russland machen. Die EU müsse "so schnell wie möglich" ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland verringern, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dafür setzt Brüssel auch auf den Ausbau erneuerbarer Energien.

Um die EU mit ausreichend Energie zu versorgen, schlug die Kommission Energie-Einsparungen von Industrie und Haushalten vor. Dadurch könnten kurzfristig fünf Prozent des Bedarfs an Öl und Gas eingespart werden, rechnete die Kommission vor. Teil ihrer Vorschläge, mit denen sich nun die EU-Mitgliedstaaten beschäftigen werden, ist auch eine breitere Aufstellung bei anderen Lieferanten als Russland.

Dabei sollen gemeinsame Einkäufe der Mitgliedstaaten für die Beschaffung von Flüssiggas (LNG) und Wasserstoff eine Rolle spielen. Auf solche freiwilligen gemeinsamen Einkäufe am Markt hatten sich die 27 Mitgliedstaaten bereits beim letzten EU-Gipfel im März geeinigt.

Solarpanels sollen Pflicht werden

Um sich darüber hinaus verstärkt auf erneuerbare Energien stützen zu können, sollen Solarpanels auf öffentlichen und kommerziell genutzten Gebäuden ab 2026 Pflicht werden. Für privat genutzte Neubauten soll das ab 2029 gelten. Genehmigungsverfahren für Windparks und Solaranlagen sollen kürzer werden. Zudem soll die Infrastruktur für Wasserstoff und Biogas in Europa ausgebaut werden. Für all diese Maßnahmen seien zusätzliche Investitionen von 210 Milliarden Euro bis zum Jahr 2027 nötig, erklärte die Brüsseler Behörde.

Abgesehen vom Bau neuer Infrastruktur schlug die Behörde auch vor, Atom- und Kohlekraftwerke zur Stromgewinnung länger laufen zu lassen. Ihre Ziele aus dem Klimapaket "Fit for 55" will die Kommission nicht aufkündigen. Sie erhöhte vielmehr das Ziel, bis 2030 40 Prozent der Energie aus Erneuerbaren zu gewinnen, auf 45 Prozent.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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