Politik

Einfach, digital, bezahlbar Wissing stellt raschen 9-Euro-Ticket-Nachfolger in Aussicht

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Noch ist unklar, wie das kommende ÖPNV-Ticket konkret ausgestaltet sein wird.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Mit Beginn des neuen Jahres soll es das neue Ticket für den ÖPNV geben. Das kündigt Verkehrsminister Wissing im Bundestag an. Die Union moniert, dass ein solches Ticket das Angebot nicht verbessere und dringt ebenso wie der Lobbyverband VCD auf einen Ausbau des Systems.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat eine rasche Nachfolgeregelung für das das 9-Euro-Ticket versprochen. "Unser Ziel ist es, spätestens zu Beginn des Jahres 2023 ein neues Ticket zu haben", sagte er im Bundestag. Er verwies darauf, dass das jüngste Entlastungspaket der Regierung eine Nachfolgeregelung vorsehe - wie genau die aussehen soll, werde nun schnell und intensiv mit den Ländern besprochen.

Das Ticket habe "Teilhabe ermöglicht" und "die Menschen entlastet", sagte Wissing bei den Haushaltsberatungen weiter. "Nie war der ÖPNV so präsent wie in den vergangenen drei Monaten." Binnen kurzer Zeit seien sehr viele Bürgerinnen und Bürger auf die Bahn umgestiegen. Das noch auszuhandelnde Nachfolgeticket werde "attraktiv, unkompliziert, digital und natürlich auch bezahlbar" sein, betonte Wissing.

Das Rabatt-Ticket hatte im Juni, Juli und August gegolten. Damit konnten Bürgerinnen und Bürger für jeweils neun Euro monatlich bundesweit den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Das Ticket war eine von mehreren Entlastungsmaßnahmen angesichts der derzeit hohen Lebenshaltungskosten. Im dritten Entlastungspaket hat der Bund 1,5 Milliarden Euro für eine Nachfolge-Regelung bereitgestellt. Je nach Art und Preis des Tickets müssen die Länder die Restsumme stemmen.

CDU: "Unglaublich teure Veranstaltung"

Von der Opposition kam Kritik. Unions-Verkehrspolitiker Thomas Bareiß sagte, das Ticket sei beliebt, aber mit 2,5 Milliarden Euro für den Bund "eine unglaublich teure Veranstaltung" gewesen. Zudem sei das Angebot vor Ort nicht besser geworden. Entscheidend sei ein langfristiger, nachhaltiger Ausbau des Nahverkehrs.

Linke-Politiker Bernd Riexinger beklagte, dass durch eine versäumte direkte Folgeregelung eine große Chance vertan worden sei. Die Anschlusspläne seien zu teuer und zu weit weg vom 9-Euro-Ticket. Dies untergrabe den Erfolg.

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Der ökologische Verkehrsclub VCD erklärte, der Nahverkehr benötige vor allem "Geld, damit er eine attraktive, bezahlbare und für alle zugängliche Alternative zum Auto werden kann". Nötig seien 15 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr, um zu erreichen, dass Busse und Bahnen in den Städten häufiger fahren und es auf dem Land gute Verbindungen gibt.

Allein zehn Milliarden bis zwölf Milliarden Euro jährlich müsse der Staat für den Ausbau der Strecken, mehr Personal und zusätzliche Fahrzeuge bereitstellen. Mit dem übrigen Geld müsse er ein erschwingliches Nachfolgeangebot für das Neun-Euro-Ticket finanzieren und die steigenden Energiekosten der Verkehrsunternehmen ausgleichen, forderte der VCD.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 06. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa

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