Politik

"Einziger Weg zum Kriegsende"Trump befürwortet wohl persönliches Treffen mit Putin und Selenskyj

26.02.2026, 08:30 Uhr
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Trump zeigt sich Selenskyj gegenüber sehr ambivalent. Aktuell schließt er sich der ukrainischen Forderung an. (Foto: AP Photo/Alex Brandon)

Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA verhandeln seit einiger Zeit über ein Ende des Kriegs. Präsident Selenskyj sieht die Zeit gekommen, dass die Staatschefs direkt miteinander sprechen. Zuspruch erhält er jetzt angeblich von Trump.

Bei den von den USA moderierten russisch-ukrainischen Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs strebt auch US-Präsident Donald Trump nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein Spitzentreffen an. Die für Anfang März geplanten trilateralen Gespräche mit Russland sollten den Weg für eine Begegnung der Staatschefs ebnen, teilte Selenskyj nach einem Telefonat mit Trump mit. Der US-Präsident unterstütze diese Vorgehensweise. "Dies ist der einzige Weg, um alle komplexen und sensiblen Fragen zu klären und den Krieg endlich zu beenden", schrieb Selenskyj auf X. An dem Telefonat nahmen auch die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner teil.

Im heutigen Tagesverlauf wollen ukrainische und US-Vertreter in Genf bilateral über den Wiederaufbau nach dem Krieg beraten. Dabei solle es um ein Wirtschaftspaket gehen, sagte Selenskyj zuvor in Kiew an der Seite des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. Der Wiederaufbau der Ukraine ist ein zentraler Bestandteil der Gespräche zur Beendigung des Kriegs, der in dieser Woche in sein fünftes Jahr geht. Nach einer Schätzung der Weltbank belaufen sich die Kosten für den Wiederaufbau der Wirtschaft auf 588 Milliarden Dollar.

Auch der russische Gesandte Kirill Dmitrijew wird einem Bericht der Nachrichtenagentur Tass zufolge zu Gesprächen mit US-Vertretern in Genf erwartet. Eine Bestätigung aus Moskau liegt bislang jedoch nicht vor.

Die USA wollen Selenskyj zufolge so schnell wie möglich eine Lösung für den größten Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg finden. Die Positionen von Moskau und Kiew liegen jedoch weit auseinander. "Meiner Meinung nach liegen die Schwierigkeiten derzeit nicht auf der militärischen Ebene", sagte Selenskyj. Die Probleme seien der fehlende politische Wille zur Beendigung des Kriegs und die Gebietsfragen. Russland fordert die Abtretung der verbleibenden 20 Prozent der Region Donezk, was die Ukraine ablehnt. Im Gegenzug hat Russland Vorbehalte gegen die von der Ukraine geforderten Sicherheitsgarantien, die die Regierung in Moskau von einem neuen Angriff abhalten sollen.

Angriffe im Vorfeld der Dialoge

Die Gespräche in der Schweiz starten nach mehreren Explosionen in weiten Teilen der Ukraine in der vergangenen Nacht. Etwa 20 Menschen seien dabei verletzt worden, teilen die örtlichen Behörden mit. Wohnhäuser seien beschädigt worden. "Die Luftverteidigung ist im Einsatz", erklärte der Leiter der Militärverwaltung Kiews, Tymur Tkatschenko. Er rief die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben, bis der Raketenalarm aufgehoben wurde. Die russische Armee greife Kiew mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen an, fügte Tkatschenko hinzu.

Die Angriffe beschränkten sich nicht auf die Hauptstadt. In Charkiw im Nordosten der Ukraine waren dem Bürgermeister Ihor Terechow zufolge bei Angriffen russischer Schahed-Drohnen zwei Explosionen zu hören gewesen. Allein in dieser Region wurden dem Gouverneur Oleh Synjehubow zufolge mindestens 14 Menschen verletzt, darunter ein siebenjähriger Junge. Terechow forderte die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben, da "Drohnen und Raketen auf die Stadt zufliegen". Später meldete Terechow einen "kombinierten Luftangriff" mit Treffern in den Bezirken Schewtschenkiwski und Kyjiwski.

Auch die südöstliche Stadt Saporischschja wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Iwan Fedorow angegriffen. Er meldete mehrere Explosionen und mindestens sieben verletzte Personen. In Krywyj Rih wurde bei einem russischen Angriff nach Angaben des Regionalgouverneurs von Dnipropetrowsk, Oleksandr Ganscha, ein 89-jähriger Mann verletzt und ein Hochhaus durch einen Brand beschädigt.

Quelle: ntv.de, mpa/rts/AFP

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