Politik

11. September als VorbildErmittler: Flydubai-Copilot plante Anschlag auf Flughafen Tel Aviv

09.10.2026, 18:49 Uhr
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Eine Flydubai-Maschine landet am Flughafen Ben Gurion. (Foto: picture alliance/dpa)

Mit einer Notfall-Axt attackiert ein Copilot auf dem Weg nach Israel den Kapitän einer Flydubai-Maschine im Cockpit. Hinter der Tat steckt laut Ermittlern ein geplanter Anschlag auf den Flughafen von Tel Aviv. Das beherzte Eingreifen der Passagiere verhindert Schlimmeres.

Der vereitelte Absturz eines Passagierflugzeugs der Fluggesellschaft Flydubai auf dem Weg nach Tel Aviv Ende September war den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zufolge als Selbstmordanschlag geplant. Der Copilot aus dem Oman habe vorgehabt, die Maschine in ein Terminal Flughafens Ben Gurion in Israel zu steuern, teilte der Generalstaatsanwalt der VAE der Nachrichtenagentur WAM zufolge mit. Der Plan sei von den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 inspiriert gewesen.

Ermittlungen hätten ergeben, dass der Copilot zwei frühere Flüge nach Tel Aviv genutzt habe, um sich mit der Flugroute und dem Flughafen vertraut zu machen, hieß es. Der Mann sei im Januar 2026 zu Flydubai gewechselt habe zuvor unter anderem für Oman Air gearbeitet. Der Copilot habe angegeben, allein gehandelt zu haben, erklärte Generalstaatsanwalt al-Schamsi weiter. Weitere Menschen seien nach Worten des Mannes nicht beteiligt gewesen. In den laufen Ermittlungen sollten diese Aussagen überprüft werden.

Der Omaner durchlief vor Antritt seiner Tätigkeit alle Sicherheitsüberprüfungen, wie al-Schamsi weiter angab. Er habe die "beruflichen und sicherheitsrelevanten Anforderungen" erfüllt. Unter anderem habe er eine Pilotenlizenz und ein Führungszeugnis vorgelegt. Es habe keine "Hinweise auf seine extremistischen Ansichten oder seine Absicht gegeben, einen terroristischen Anschlag zu verüben", erklärte der Generalstaatsanwalt weiter.

Mehrere Medien hatten in den vergangenen Tagen berichtet, der Copilot habe im Oman aufgrund extremistischer Ansichten nicht mehr fliegen dürfen. Laut dem US-Sender CNN verlor der Mann im vergangenen Jahr aufgrund von Bedenken hinsichtlich extremistischer Ansichten seine Stelle bei Oman Air, der nationalen Fluggesellschaft des Oman. Danach habe er sich erfolglos bei der Fluggesellschaft Emirates beworben und sei schließlich zu Flydubai gegangen.

Der Copilot hatte vergangene Woche auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv den Kapitän mit einer Notfall-Axt attackiert, woraufhin der Jet in 30 Sekunden knapp 4300 Meter in die Tiefe stürzte. Laut früheren Angaben von al-Schamsi versuchte der Copilot, "das Kommando über das Flugzeug" zu übernehmen. Dem verletzten Kapitän war es den Angaben zufolge aber gelungen, die Cockpittür zu entriegeln. Passagiere und Besatzungsmitglieder drangen daraufhin ein und überwältigten den Angreifer.

Ein zufällig anwesendes zweites Pilotenpaar an Bord landete die Maschine anschließend sicher im saudi-arabischen Tabuk. An Bord waren 174 Menschen, zumeist Israelis. Beide Piloten wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Als Reaktion auf den Vorfall will Israel die Kontrollen ausländischer Piloten verschärfen.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/AFP

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