Politik

Bombenbau leichtgemacht Europol warnt vor Pestizidhandel

Allzu schwierig ist es offenbar nicht, mit Pestiziden Bomben zu bauen. Und der Handel mit illegalen Pestiziden boomt. Von der "außergewöhnlichen Gewinnspanne" beim Verkauft illegaler Pestizide profitiert das organisierte Verbrechen.

Zugelassene Pestizide darf der Nachbar in seinem Garten verteilen. Wer die chemische Keule schwingt, muss aber genau zielen: Nichts darf aufs Nachbargrundstück geweht oder geschwemmt werden (BGB 1004, 862, 906).

Die europäische Polizeibehörde Europol hat vor einem Anstieg des Handels mit gefälschten und illegalen Pestiziden gewarnt, die zum Bau von Bomben verwendet werden könnten. Der Handel mit diesen Chemikalien bringe dem organisierten Verbrechen "mehrere Milliarden Euro pro Jahr ein", erklärte die Behörde in Den Haag. Europol-Sprecher Sören Pedersen sagte, es sei "recht einfach, mit Pestiziden Bomben zu bauen". "Deshalb wird ihr Verkauf im legalen Kreislauf sehr genau beobachtet, damit wir schnell bemerken, wenn es einen verdächtigen Kauf gibt", sagte Pedersen.

Laut Europol profitiert das organisierte Verbrechen von einer "außergewöhnlichen Gewinnspanne" in diesem Bereich und von der fehlenden Harmonisierung der Gesetze in den verschiedenen Staaten. "Dies macht es zu einem schnell wachsenden Bereich des organisierten Verbrechens." Der Handel mit illegalen Pestiziden werde in ganz Europa beobachtet, vor allem aber im Nordosten des Kontinents, erklärte Europol. Mehr als ein Viertel der im Umlauf befindlichen Pflanzenschutzmittel in einigen EU-Staaten stammten vermutlich aus dem illegalen Pestizid-Markt.

Neben der Gefahr, dass die illegalen Pestizide zum Bombenbau missbraucht werden, stellen sie laut Europol eine Gefahr für die Gesundheit von Bauern und Konsumenten dar und schaden der Umwelt. Die Kriminellen nutzten für den Handel mit illegalen Pestiziden hoch komplexe Lieferketten, erklärte Europol. Über legale Firmen tarnen sie demnach ihre verbotenen Aktivitäten. Europol empfahl den Regierungen der Mitgliedstaaten, den Pestizidhandel stärker zu überwachen und ihre Gesetze aneinander anzupassen.

Quelle: ntv.de, AFP

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