Politik

Hintergrund Fasching, Fastnacht, Karneval

Die "fünfte Jahreszeit", regional unterschiedlich als Karneval, Fastnacht oder Fasching bezeichnet, hat mehrere Phasen. Sie beginnt zum Auftakt der vorweihnachtlichen Fastenzeit am 11. 11., die eigentliche "Kampagne" in den Karnevalshochburgen fängt nach dem Jahreswechsel an, und der heiße Endspurt wird in der Woche vor dem Aschermittwoch hingelegt.

Dauer, Höhepunkte und Brauchtum der tollen Tage sind landschaftlich verschieden. Das Wort Karneval kommt aus dem Lateinischen. Carne vale kann mit "Fleisch, lebe wohl" übersetzt werden, es weist auf die Fastenzeit hin.

Das aus dem Mittelhochdeutschen stammende Wort Fastnacht oder Fasching bedeutet nächtlicher Unfug aus Freude über den kommenden Lenz. Fastnacht wurde in vorchristlicher Zeit als Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfest gefeiert, mit dem sich die Menschen die Angst vor Kälte und Krankheit vertrieben.

Die Kirche hatte wenig Erfolg in der Bekämpfung der heidnischen Sitten; es gelang ihr lediglich, mit dem Aschermittwoch einen Schlusspunkt des wilden Treibens vor der Bußzeit zu markieren. Auftakt der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist der Schmotzige Dunschtig, der Donnerstag vor dem Fastnachtssonntag.

Besonders im Rheinland ist der Rosenmontag der Höhepunkt des Karnevals, der seit dem 16. Jahrhundert gewöhnlich auf drei Tage zusammengedrängt war. Im 19. Jahrhundert wurde die Serie der Tanzveranstaltungen, Festsitzungen und Maskeraden auf die Zeit vom Dreikönigstag bis Aschermittwoch ausgedehnt.

Der rheinische Karneval begann im 14. Jahrhundert. Die französischen Besatzer erließen 1795 ein Verbot von karnevalistischen Veranstaltungen, das die Rheinländer aber geschickt zu umgehen wissen. Unterschiedliche Erklärungen gibt es für die Namensgebung "Rosenmontag". Zunächst sei es von "rasen" abgeleitet worden, heißt es. Doch weil dies nicht ins Konzept des organisierten Karnevals passe, sei es mit dem romantisierenden Bild der Rose verbunden worden.

Quelle: ntv.de