Kampf gegen Russlands RaketenFinnland bittet Musk um Starlink-Hilfe für die Ukraine

Das Satelliten-Internet Starlink spielt für die ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle. Über russischem Territorium funktioniert der Dienst jedoch nicht. Nun schaltet sich Finnlands Präsident ein und bittet Tech-Milliardär Musk, das zu ändern.
Der finnische Präsident Alexander Stubb hat den US-Unternehmer Elon Musk gebeten, das Satelliten-Internet Starlink für die Ukraine zu erweitern. Damit solle es der Ukraine ermöglicht werden, russische Raketenabschussrampen auf russischem Gebiet anzugreifen. "Deshalb (...) bitte ich Elon Musk, den Ukrainern die Möglichkeit zu geben, Starlink in Gebieten zu nutzen, in denen sich ballistische Raketenabschussrampen befinden", sagte Stubb am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Dies gelte für die besetzten Gebiete der Ukraine sowie für Russland und würde Leben retten.
Die Ukraine hat einen akuten Mangel an Flugabwehrsystemen. Der Einsatz ballistischer Raketen durch Russland hatte im Sommer ein Rekordniveau erreicht. Bislang können nur Patriot-Systeme diese abfangen, deren Munition jedoch stark erschöpft ist. Musk hatte Starlink kurz nach der russischen Invasion 2022 für die Ukraine aktiviert, über russischem Territorium funktioniert der Dienst jedoch nicht. Eine Freischaltung würde es der Ukraine ermöglichen, mobile Abschussrampen in einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern hinter der Grenze ins Visier zu nehmen. Die Ukraine befürchtet zudem, dass Moskau im Winter gezielt Energie- und Heizanlagen zerstören will. Für die kalte Jahreszeit benötige die Ukraine Stubb zufolge drei Dinge: Flugabwehr, Energieanlagen und finanzielle Mittel. An einem entsprechenden Hilfspaket werde derzeit gearbeitet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängte in New York auf Teilabkommen für eine Waffenruhe, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur und Schiffe im Schwarzen Meer umfassen sollen. Stubb begrüßte, dass die von den USA geführten Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im August wieder aufgenommen worden seien. Die einfachste Lösung sei ein bedingungsloser Waffenstillstand, wie ihn US-Präsident Donald Trump in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung gefordert habe, sagte Stubb. Darauf könnten Verhandlungen über Sicherheit, Territorium und Wiederaufbau folgen. Der Krieg könne entlang der Kontaktlinie mit 30 Kilometer breiten Pufferzonen eingefroren werden.
