Politik

Hilfe für Afrika G8 wiederholen Versprechen

Die G8-Staaten wollen ihr Versprechen einhalten, bis 2010 die Entwicklungshilfe für Afrika um 25 Milliarden US-Dollar im Jahr zu erhöhen. Auf dem Gipfel der acht großen Industrienationen im japanischen Toyako bekräftigten die Staats- und Regierungschefs ihre Zusage von 2005 im schottischen Gleneagles.

Die G8-Staaten stellten in Aussicht, dass nach 2010 eine weitere Erhöhung der Entwicklungshilfe notwendig werde. Den Zeitrahmen für das vor einem Jahr in Heiligendamm gegebene Versprechen, zum Kampf gegen Krankheiten und für das Gesundheitswesen in armen Ländern rund 60 Milliarden US-Dollar bereitzustellen, legten die G8-Staaten in Toyako mit fünf Jahren fest.

Hilfsorganisationen kritisierten den Beschluss. Er mache keine Angaben darüber, durch wessen Beiträge die bisher nur unzureichend erhöhte Entwicklungshilfe für Afrika das Ziel von zusätzlich 25 Milliarden US-Dollar im Jahr erreicht werden solle. Nach ihren Angaben hat die Hilfe seit Gleneagles nur um rund 3 Milliarden US-Dollar zugenommen. "Die Welt nimmt diese Zusagen sehr ernst, selbst wenn die G8-Führer es nicht tun", sagte Charles Abani von Oxfam. "Das Geld ist eine milde Gabe für die G8, aber es kann für arme Afrikaner eine Zukunft mit lebensrettender Medizin und eine Chance bedeuten, lesen und schreiben zu lernen."

Merkel kritisiert Barroso-Zusage

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte Äußerungen von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zu Nahrungsmittelhilfen für arme Länder. Über Barrosos Zusage von einer Milliarde Euro müsse noch geredet werden, sagte Merkel. Barroso habe über Geld gesprochen, das nicht in seinem Verfügungsbereich gehöre. Hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Barroso hatte am Montag am Rande des Gipfels erklärt, die Europäische Union wolle afrikanischen Bauern ungenutzte Agrarsubventionen in Höhe von einer Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Damit solle ihnen bei der Bewältigung der weltweiten Nahrungsmittelkrise geholfen werden, erklärte Barroso. Die EU könne der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern damit einen Schub verleihen.

Quelle: ntv.de