Politik

Giftgasattacke in Syrien Gabriel äußert sich vorsichtig

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Zerstörtes Haus in Chan Scheichun.

(Foto: REUTERS)

Steht das syrische Regime hinter dem mutmaßlichen Giftgasangriff? Sigmar Gabriel hält sich in Hinsicht auf Schuldzuweisungen merklich zurück. Das von ihm geleitete Auswärtige Amt hatte zuvor den Eindruck erweckt, dass Gabriel Assad beschuldige.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hält es noch nicht für erwiesen, dass syrische Regierungstruppen die von Rebellen kontrollierte Stadt Chan Scheichun in der Provinz Idlib mit Giftgas angegriffen haben. "Noch wissen wir nicht, wer letztlich für den Giftgasangriff verantwortlich ist", sagte er in Brüssel. "Wir müssen jetzt in die Aufklärungsarbeit gehen."

Eine Mitteilung aus dem Auswärtigen Amt hatte zuvor den Eindruck erweckt, dass Gabriel der Regierung von Baschar al-Assad die Schuld für die Dutzenden Giftgas-Toten gibt. Dort hieß es: "Der Giftgasangriff in Syrien ist ein barbarisches Kriegsverbrechen. Die Verantwortlichen des Assad-Regimes für diese Barbarei müssen zur Verantwortung gezogen werden."

Was am Dienstag in der syrischen Stadt Chan Scheichun geschah, ist umstritten. Nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums traf ein Angriff syrischer Kampfjets eine Werkstatt, in der die Opposition Giftgasmunition herstellt. Assad-Gegner bestreiten dies. Ihrer Darstellung nach hat es einen Luftangriff mit Giftgas gegeben, bei dem mehr als 70 Menschen starben.

Moskau bleibt Assad treu

Derweil wird Russland Assad ungeachtet westlicher Vorwürfe eines Giftgasangriffs weiter unterstützen. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. "Russland und seine Streitkräfte unterstützen weiterhin die Anti-Terror-Operation der syrischen Armee zur Befreiung des Landes", sagte Peskow. Das russische Außenministerium nannte Vorwürfe gegen die syrische Luftwaffe wegen des Giftgasangriffs einen Fake.

Moskau hat auf Seiten Assads in den Syrien-Krieg eingegriffen und nimmt ihn auch gegen Kritik von außen in Schutz. Falls sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Vorfall beschäftige, werde Russland die "gut belegten Informationen" seines Militärs vortragen, sagte Peskow.

Quelle: ntv.de, wne/dpa

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