Politik

Neue Afghanistan-Strategie General erwartet mehr Tote

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Im Feldlager in Masar-i-Scharif hatten Bundeswehrsoldaten ihren Kameraden bereits die letzte Ehre erwiesen.

(Foto: dpa)

Deutschland muss sich nach Ansicht eines ranghohen NATO-Generals auf weitere tote Soldaten in Afghanistan einstellen. Allein im April starben sieben deutsche Soldaten am Hindukusch.

Die neue Einsatzstrategie der Nato in Afghanistan wird nach den Worten des deutschen Vier-Sterne-Natogenerals Karl-Heinz Lather zu mehr Opfern unter den deutschen Soldaten führen. Mit den geplanten gemeinsamen Einsätzen von Bundeswehr und afghanischer Armee werde das Militär gezielt mehr unter Menschen gehen und könne sich nicht in gepanzerten Fahrzeugen oder in seinen Lagern verschanzen, sagte Lather im militärischen Nato-Hauptquartier im belgischen Mons.

Ein Mangel an technischer Ausrüstung sei nach seiner Erkenntnis nicht der Grund gewesen für die sieben Todesopfer bei den jüngsten Einsätzen deutscher Soldaten in Afghanistan. Soweit mir die Einzelheiten der Operation bekannt sind, hätte es die Toten so oder so gegeben." Lather: "Eine direkte Verbindung "Schlechte Ausrüstung, deswegen Tote oder Gefahr" kann ich an der Stelle nicht feststellen."

Der Bevölkerung müsse immer wieder erklärt werden, warum die Nato in Afghanistan kämpfe. Wenn es nicht gelingen sollte, dort einen stabilen Staat zu schaffen, drohe das Land wieder zum Rückzugsraum für islamistische Terroristen zu werden, warnte Lather. Der deutsche Nato-General geht Ende November in Pension. Sein Nachfolger als Stabschef des Militärbündnisses wird General Manfred Lange, der stellvertretende Inspekteur der Luftwaffe in der Bundeswehr.

Letzte Ehre in Ingolstadt

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Erst am 9. April besuchte Bundeskanzlerin Merkel einen Trauergottesdienst für gefallene Soldaten.

(Foto: APN)

Die Trauerfeier für die vier in Afghanistan getöteten Bundeswehr-Soldaten wird voraussichtlich am Samstag im Ingolstädter Münster stattfinden. Die Toten sollen am Mittwoch nach Köln überführt werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Aus Ingolstadt kommen zwei der Soldaten, die am vergangenen Donnerstag im Norden von Afghanistan getötet wurden. Nach Angaben des Bundespresseamts plant Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach wie vor, an der Trauerfeier teilzunehmen, wenn dies terminlich möglich ist.

Der Überführungsflug hatte sich wegen der Asche-Wolke verzögert. Weil der Luftraum über Deutschland noch gesperrt ist, konnten die Särge noch nicht vom Bundeswehrstützpunkt in Usbekistan nach Deutschland geflogen werden.

Tödliche Sprengfalle

Die Soldaten waren am Donnerstag bei der Explosion einer Sprengfalle und durch Beschuss in der afghanischen Provinz Baghlan getötet worden. Fünf weitere Soldaten wurden verletzt. Erst am Karfreitag waren drei Soldaten umgekommen.

Wegen der Vulkanasche aus Island konnten auch die insgesamt fünf Soldaten, die bei dem Zwischenfall verletzt wurden, bislang nicht nach Deutschland gebracht werden. Sie wurden in einem US-Militärkrankenhaus in Istanbul behandelt. Ihr Zustand hat sich stabilisiert. Inzwischen sind sie auf dem Weg in Bundeswehrkrankenhaus Koblenz.

Seit dem Beginn des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan im Jahr 2001 starben in dem Land am Hindukusch insgesamt 43 deutsche Soldaten.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts/AFP

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