Politik

Pestizide als tickende Zeitbombe Gifte lagern in Ex-Sowjetstaaten

Die Europäische Union warnt vor einer ernsten Gefahr durch Pestizide in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Dort sollen in zehntausenden ungesicherten Stätten hunderttausende Tonnen des gefährlichen Gifts lagern, das entspricht etwa der Hälfte des weltweiten Bestands.

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Greenpeace-Aktion gegen Pestizide in Lebensmitteln.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

In den Staaten der ehemaligen Sowjetrepubliken lagern Schätzungen zufolge 200.000 Tonnen unbrauchbarer Pestizide. Diese stellten eine "ernste Gefahr" für die Menschen und die Umwelt dar, warnten die Europäische Union und die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Zugleich kündigten sie an, über die kommenden vier Jahre insgesamt sieben Millionen Euro für die Beseitigung der Pestizide bereitzustellen.

"Es wird geschätzt, dass etwa 200.000 Tonnen verfallener Pestizide gefunden werden können – das ist die Hälfte des weltweiten Bestands", erklärte die FAO. "Gelagert in zehntausenden verschiedenen und ungesicherten Stätten, stellen sie eine ernste Gefahr für die Gesundheit der Anwohner und die Umwelt dar."

Die FAO stellt den Angaben zufolge eine Million Euro für die Beseitigung der Pestizide bereit, von der EU kommen sechs Millionen.

Gericht verurteilt Monsanto

Wie gefährlich Pestizide für Mensch und Umwelt werden können zeigt ein Prozess, den Mitte Februar ein Landwirt in Frankreich gewonnen hatte. Das Gericht in Lyon sah es als erwiesen an, dass der Getreide-Bauer Paul Francois durch das Herbizid Lasso des US-Konzerns Monsanto gesundheitliche Schäden erlitten hat. Der 47-jährige leidet unter neurologischen Problemen, darunter Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen und Stottern. Er hatte 2004 das Pestizid eingeatmet und warf Monsanto vor, nicht genügend vor Gefahren gewarnt zu haben. Das Urteil könnte für ähnliche Verfahren wegweisend sein.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP