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Neue Umfrage zur Hessen-Wahl Grüne legen zu, SPD auf Platz drei

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Tarek Al-Wazir könnte zum Königsmacher in Hessen werden - oder selbst zum König.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen deutet eine neue Umfrage auf einen ungewöhnlich spannenden Ausgang hin. Demnach sind mehrere Koalitionen rechnerisch möglich. Unter anderem Rot-Rot-Grün und eine Ampel - allerdings unter grüner Führung.

Beim TV-Duell der hessischen Spitzenkandidaten am Mittwoch waren Ministerpräsident Volker Bouffier von der CDU und sein SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel in einem Punkt einig: Hessen ist nicht Bayern. Eine neue Umfrage deutet allerdings darauf hin, dass Hessen sich bayerischen Verhältnissen annähert - zumindest mit Blick auf die Stärke der Grünen.

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Im "Politbarometer" der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF liegen die Grünen bei 22 Prozent und damit - wie in Bayern - auf dem zweiten Platz. Die CDU erreicht 26 Prozent, die SPD 20 Prozent. Die AfD würde 12 Prozent bekommen und damit erstmals auch in den hessischen Landtag einziehen - in allen anderen Landesparlamenten ist sie bereits vertreten. Linkspartei und FDP kommen demnach jeweils auf 8 Prozent.

In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt. In Wiesbaden regiert seit fünf Jahren eine schwarz-grüne Landesregierung. Der Wahl wird auch bundespolitisch eine enorme Bedeutung zugesprochen. Nach der Landtagswahl in Bayern, bei der CSU und SPD herbe Verluste einstecken mussten, wird vor allem das Abschneiden von CDU und Sozialdemokraten mit Spannung erwartet. Sollten die Volksparteien in Hessen schlecht abschneiden, könnte dies auch Auswirkungen auf die Große Koalition im Bund haben.

  • Der aktuellen Umfrage zufolge kämen CDU und Grüne auf 48 Prozent. Alle anderen Parteien würden zusammen ebenfalls 48 Prozent erreichen, sodass den jetzigen Regierungsparteien im Parlament ein Sitz zur Mehrheit fehlen würde.
  • Grüne, SPD und Linke kämen auf 50 Prozent und hätten damit eine Mehrheit im Landtag sicher - dann allerdings unter grüner statt sozialdemokratischer Führung. Das Gleiche gilt für eine Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP.
  • Eine deutliche Mehrheit hätte auch ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP.
  • Keine Mehrheit gäbe es dieser Umfrage zufolge dagegen für eine Koalition aus CDU und SPD.

Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten läge Amtsinhaber Volker Bouffier laut "Politbarometer" klar vor Thorsten Schäfer-Gümbel. Für ihn würden sich laut der Umfrage 46 Prozent der Befragten entscheiden, für Schäfer-Gümbel 32 Prozent. Beliebtester Politiker in Hessen ist allerdings der Grünen-Spitzenkandidat und amtierende Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf kommt er auf einen Wert von 1,7. Bouffier erreicht einen Wert von 1,2, SPD-Landeschef Schäfer-Gümbel von 0,8.

Für die Umfrage befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Montag bis Mittwoch 1035 Wahlberechtigte. Der statistische Fehlerbereich liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.

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Quelle: n-tv.de, hvo/AFP

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