Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Grüne sind der Union knapp auf den Fersen

Für die Grünen läuft es weiterhin blendend: Eigentlich Juniorpartner in der Ampelkoalition, steht die Partei bei den Wählern inzwischen deutlich besser da als die Kanzler-Partei SPD. Gewachsen ist in Zeiten der Krise vor allem das Vertrauen in deren politische Kompetenz.

Für die Union geht es in der Wählergunst bergab. Dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer zufolge verlieren CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte und liegen mit 26 Prozent nur noch knapp vor den Grünen, die um einen Prozentpunkt zulegen und nun auf 24 Prozent der Stimmen kommen. Dahinter folgt die SPD von Bundeskanzler Olaf Scholz, die ebenfalls leicht dazugewinnt (+1), aber mit 20 Prozent weiterhin nur drittstärkste Partei ist.

Die restlichen Parteien verharren auf den Werten der Vorwoche: Die FDP kommt auf 8 Prozent, die AfD auf 9 und die Linke bleibt mit 4 Prozent weiterhin unter der 5-Prozent-Hürde. Die sonstigen Parteien erhalten zusammen 9 Prozent.

Bei einem Vergleich der aktuellen Werte mit den Ergebnissen der Bundestagwahl 2021 bleibt die SPD der große Verlierer mit Einbußen von 5,7 Prozentpunkten. Auch die FDP büßt deutlich ein (-3,5), während die AfD mit 1,3 Prozentpunkten noch eher moderate Verluste verkraften muss. Die Linke manövriert sich nach 4,9 Prozent bei der Wahl noch tiefer ins Tal: Sie verliert noch einmal 0,9 Prozentpunkte.

Die großen Gewinner hingegen sind die Grünen, die von 14,8 Prozent bei der Bundestagswahl fast 10 Prozentpunkte hinzugewonnen haben. Und auch die Union kann sich um immerhin knapp 2 Prozentpunkte verbessern. Erfreulich ist, dass der Anteil der Nichtwähler seit der Wahl auf inzwischen noch 22 Prozent gesunken ist (-1,4).

Scholz weiter deutlich vor Merz

In der Kanzlerfrage ist es Olaf Scholz gelungen, wieder etwas Boden gut zu machen. Würde der Kanzler direkt gewählt, käme Scholz auf 42 Prozent (+3) der Stimmen und Oppositionsführer Friedrich Merz auf 19 Prozent (-1). Nach wie vor kann sich selbst unter den Anhängern der Union nur knapp die Hälfte (48 Prozent) für einen Kanzler Merz begeistern. Im Gegensatz dazu kann sich Scholz zumindest der Zustimmung einer deutlich Mehrheit der SPD-Anhänger sicher sein (82 Prozent).

Geht es um die politische Kompetenz der Parteien, bleiben die Grünen weiter vor SPD und Union. Auf die Frage, wer mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, geben 21 Prozent der Befragten die Grünen an. Nur 9 Prozent glauben an die politische Kompetenz der Union, die SPD kommt als Regierungspartei ebenfalls nur auf 11 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) traut keiner Partei zu, die aktuellen Probleme lösen zu können.

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Pessimistisch wie selten zuvor blicken die Befragten auf die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Eine unsichere Lage im Zuge des Ukraine-Krieges - mit hohen Energiepreisen und einer galoppierenden Inflation - macht immer mehr Menschen zu schaffen. Nur noch 9 Prozent der Befragten glauben laut Umfrage, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in den kommenden Jahren wieder verbessern werden. 76 Prozent gehen eher von einer Verschlechterung aus. Nur 14 Prozent glauben, dass alles so bleibt wie es ist.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 21. bis 27. Juni 2022 erhoben. Datenbasis: 2500 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

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Quelle: ntv.de, jug

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