Politik

Präsidentenwahl in Ankara Gül statt Erdogan

Neuer Staatspräsident der Türkei soll Außenminister Abdullah Gül werden. Diese mit Spannung erwartete Entscheidung gab Regierungschef Recep Tayyip Erdogan unter großem Beifall der Abgeordneten seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in Ankara bekannt. Erdogan verzichtete damit überraschend auf eine eigene Kandidatur, über die in der Türkei seit langem heftig gestritten worden war.

Die laizistische Opposition, die für eine Beibehaltung der strikten Trennung von Staat und Religion eintritt, hatte Erdogan seit Monaten gedrängt, nicht für das höchste Amt im Staat anzutreten. Erst vor zehn Tagen hatten Hunderttausende in der Hauptstadt Ankara gegen eine Kandidatur Erdogans und für eine laizistische Türkei demonstriert. Warnungen hatten auch die Armeeführung und der scheidende Präsident Ahmet Necdet Sezer ausgesprochen.

Außenminister Gül hatte nach dem Wahlsieg der AKP im November 2002 für vier Monate das Amt des Ministerpräsidenten inne. Danach übernahm Erdogan die Regierung. Eine Wahl Güls zum Staatspräsidenten gilt als sicher, da das Staatsoberhaupt vom Parlament gewählt wird. In der Nationalversammlung verfügt Erdogans Gerechtigkeits-und Entwicklungspartei AKP über eine absolute Mehrheit. Der erste Wahlgang ist für Freitag anberaumt.

Quelle: ntv.de

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