Politik

Zahl der Verletzten erhöht sich Haftbefehl gegen Amokfahrer erlassen

Im Ruhrgebiet fährt ein 50-Jähriger gezielt in eine Menschenmenge, es gibt mehrere Verletzte. Einen Tag danach korrigieren die Ermittler die Anzahl der Verletzten nach oben. Ein Richter erlässt Haftbefehl gegen den Beschuldigten.

Nach einem Anschlag mit einem Auto im Ruhrgebiet ist Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes gegen einen 50-jährigen Mann aus Essen erlassen worden. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Der Mann soll seinen Wagen auf seiner Fahrt in Bottrop und in Essen bewusst mehrfach auf feiernde Menschen zugesteuert haben. Dabei verletzte er insgesamt acht Menschen. Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem "gezielten Anschlag". Bislang war die Polizei von fünf Verletzten ausgegangen.

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Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen äußerte sich entsetzt über die Tat. "Meine Gedanken sind jetzt bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Ich wünsche allen eine hoffentlich schnelle und vollständige Genesung", sagte der CDU-Politiker. Er bleibe in engem Austausch mit seinem Bottroper Amtskollegen Bernd Tischler.

Das für die Einsatzführung zuständige Polizeipräsidium in Münster bat via Twitter darum, Bilder und Videos von den Ereignissen nicht im Internet zu verbreiten. Alle Aufnahmen sollten stattdessen auf ein spezielles Portal vom Bundeskriminalamt hochgeladen werden. Außerdem wurden Zeugen gebeten, sich unter der Hotline 0800 3040303 zu melden. Die Ermittler halten sich zum Tatablauf bislang bedeckt, dieser müsse erst mithilfe von Zeugenaussagen rekonstruiert werden.

NRW-Innenminister und CDU-Politiker Herbert Reul sagte nach den ersten Vernehmungen des Festgenommenen: "Es gab die klare Absicht von diesem Mann, Ausländer zu töten." Der Mann habe das Auto in Bottrop und Essen bewusst in Menschengruppen gesteuert, die überwiegend aus Ausländern bestanden. Unter den Verletzten sind Syrer und Afghanen. Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem "gezielten Anschlag". Hinweise darauf, dass der Autofahrer Kontakte in die rechtsextreme Szene hat, haben die Ermittler jedoch nicht, wie Reul erklärte.

50-Jähriger wohl psychisch krank

Nach "Spiegel"-Informationen soll der 50-Jährige in seiner Vernehmung gesagt haben, die vielen Ausländer seien ein Problem für Deutschland, das er lösen wolle. Demnach soll er nach ersten Erkenntnissen der Ermittler eine schizophrene Erkrankung haben. Der Mann sei in der Vergangenheit mindestens einmal in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen worden, berichtete das Nachrichtenmagazin. Schon zuvor hatten die Ermittler angegeben, dass sie "erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers" hätten. Der mutmaßliche Täter stamme aus Essen und sei bei der Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten, hieß es.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet wandte sich via Twitter an die Bürger: "An diesem Neujahrstag gilt der Vorsatz für 2019 klarer denn je: Wir stehen zusammen gegen rechte Gewalt. Den Kampf gegen den Hass auf andere Menschen werden wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats engagiert fortsetzen."

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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