Politik

Nach Fischer-Attacke Haider ausgeladen

Nach seinen Verbalentgleisungen gegenüber dem deutschen Außenminister Joschka Fischer (Grüne) ist der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider von den Veranstaltern des Europaforums in Berlin ausgeladen worden. Fischer sagte seine Teilnahme an der Diskussionsveranstaltung "Fazit: Europa. Der imperfekte Souverän" daraufhin wieder zu.

Haider hatte nach der Absage Fischers der österreichischen Nachrichtenagentur APA gesagt: "Mir ist es ohnehin lieber, wenn ich nicht zu einem Termin komme, an dem auch jemand teilnimmt, der offene Sympathien für den Terrorismus hegt." Er sei zu dem Forum eingeladen worden und habe diese Einladung gerne angenommen. Fischers Absage sei für ihn nicht von Relevanz.

Die Veranstalter des Forums teilten Haider nach Bekanntwerden seiner Äußerungen mit, dass die geplante sachliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Rechtspopulismus in Europa nach "solchen Invektiven nicht mehr möglich scheint." Das zweitägige Forum wird fon der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dem Deutschlandradio Berlin und dem Centrum für angewandte Politikforschung (München) organisiert.

Klaus Dieter Frankenberger, Leiter der FAZ-Außenpolitik, nannte gegenüber n-tv.de Haiders Aussagen ehrabschneidend und anstandslos. Man sei mit Haiders Einladung bewusst ein Risiko eingegangen, um das Thema des Rechtspopulismus während des Forums nicht totzuschweigen. Dass Haider diese Veranstaltung jedoch missbrauche, sei nicht hinzunehmen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte, dass Fischer nun am Mittwoch am Forum teilnehmen werde, nachdem er zunächst wegen Haider nicht kommen wollte. Auch Verteidigungsstaatssekretär Walter Stützle werde nun wahrscheinlich teilnehmen.

Quelle: n-tv.de