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Argumente für Trumps Zolldrohung Handel weist Mega-Überschuss mit USA auf

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BMW hat sein größtes Werk im US-Bundesstaat South Carolina.

(Foto: REUTERS)

Die neuen Zahlen zur Handelsbilanz zeigen: Deutschland bleibt Exportnation und verdient vor allem gut am Geschäft mit den USA. Das könnte US-Präsident Trump als Munition im Streit um Pkw-Zölle dienen. Anders sieht es im deutschen Handel mit China aus.

Deutschland hat im vergangenen Jahr unter all seinen Handelspartnern den höchsten Überschuss mit den USA erreicht. Im Streit um Freihandel und Strafzölle könnte sich US-Präsident Donald Trump daher in seiner Sichtweise bestätigt fühlen, dass die Vereinigten Staaten im Handel mit Deutschland übervorteilt werden. Die Bundesregierung muss sich darauf einstellen, dass das US-Wirtschaftsministerium den Präsidenten warnt, dass Autoimporte die nationale Sicherheit gefährden.

Wie das Statistische Bundesamt errechnete, summierte sich der Überschuss (Exporte minus Importe) mit den USA auf 48,9 Milliarden Euro. Auf Platz zwei und drei folgen Großbritannien mit 45 Milliarden Euro und Frankreich mit 40,2 Milliarden.
Mehr Waren eingeführt als dorthin geliefert wurden aus China. Für das Reich der Mitte betrug der Importüberschuss 13 Milliarden Euro.

China ist das dritte Mal in Folge wichtigster Handelspartner der Bundesrepublik. Im vergangenen Jahr wurden nach ersten Schätzungen Waren im Wert von 199,3 Milliarden Euro zwischen Deutschland und der Volksrepublik gehandelt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Die Niederlande belegten mit einem Warenverkehr in Höhe von 189,4 Milliarden Euro den zweiten Rang vor den Vereinigten Staaten mit 178,0 Milliarden. Die starke Stellung der Niederlande ergibt sich daraus, dass über den Rotterdamer Hafen ein erheblicher Teil der Ein- und Ausfuhren abgewickelt werden.

Deutsche Autokonzerne im Fokus des Präsidenten

US-Präsident Trump beklagte bereits im Wahlkampf, dass die USA zu viele Produkte aus anderen Ländern einkauften und die US-Industrie den Bach heruntergegangen sei. Besonders beschäftigen ihn die deutschen Automobilkonzerne Daimler, BMW und VW. Er drohte ihnen direkt mit Strafzöllen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel übte am Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz scharfe Kritik an den Plänen der USA, Importautos als Bedrohung anzusehen. "Wenn diese Autos, die in South Carolina gebaut werden, plötzlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten sind, dann erschreckt uns das", sagte die CDU-Politikerin.

Sie sprach sich für weitere Freihandelsverhandlungen aus. "Es wäre gut, wir kommen in ordentliche Gespräche miteinander." Beobachter schlossen aus den Äußerungen, dass Merkel das Ergebnis des noch unveröffentlichten Reports des US-Wirtschaftsministeriums kennt. Sie bekannte sich demonstrativ zu der zuletzt wegen des Abgasskandals viel gescholtenen Autoindustrie: "Wir sind stolz auf unsere Autos, das dürfen wir auch".

Sollte Trump seine Drohung wahrmachen und Strafzölle verhängen, würde das die Lieferung von deutschen Autos in die USA nach Berechnungen des Ifo Instituts abwürgen. Demnach könnte der Export langfristig um fast 50 Prozent zurückgehen, wenn die USA dauerhaft Importzölle von zusätzlichen 25 Prozent erheben würden.

Quelle: n-tv.de, lkl/dpa/afp

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