Politik

Sozialverbände besorgt über Lebensmittelpreise Hartz IV reicht immer weniger

Mehrere Sozialverbände bringen erneut Steigerungen bei der Grundsicherung ins Gespräch. Aktueller Anlass sind die ständig steigenden Lebensmittelpreise. Die seien für Hartz-IV-Empfänger kaum zu bezahlen, ans Sparen sei schon gar nicht zu denken.

3dcy2215.jpg7315912571760406670.jpg

Die Lebensmittelpreise haben angezogen.

(Foto: dpa)

Wegen der stark gestiegenen Preise für Lebensmittel fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze. Sein Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte der "Neuen Presse" aus Hannover, schon mit den jetzt vorgesehenen 4,30 Euro am Tag pro Erwachsenem für alle Mahlzeiten sei eine vernünftige Ernährung nicht sicherzustellen.

Er forderte, den Regelsatz auf 437 Euro monatlich zu erhöhen. Hinzu müssten einmalige Leistungen etwa für die Ersatzbeschaffung eines Kühlschranks oder Kinderfahrrads kommen. Derzeit liegt der monatliche Hartz-V-Satz bei 382 Euro für Erwachsene, bei 345 Euro für volljährige Partner, 224 bzw. 255 Euro für Kinder und 289 Euro für Jugendliche.

Der "Bild"-Zeitung sagte die Verbandschefin des VdK Ulrike Mascher: "Hartz-IV-Beziehern und Rentnern mit Grundsicherung ist es mittlerweile unmöglich, aus dem aktuellen Regelsatz noch Geld für größere An­schaf­fun­gen zurückzulegen. Für Anschaffungen wie Haus­ge­rä­te oder Schuhe für Kinder muss es daher Einmal­leis­tun­gen wie frü­her bei der So­zi­al­hil­fe geben."

Mascher betonte, die Politik müsse das Problem schnell anpacken. Viele Betroffene kämen angesichts der stark gestiegenen Lebensmittelpreise einfach nicht mehr über die Runden.

Die Verbraucher in Deutschland müssen nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes derzeit für ihre Nahrungsmittel deutlich tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr. Spürbar teurer wurden etwa Butter (plus 30,8 Prozent), Kartoffeln (plus 44,4 Prozent), Äpfel (plus 22,3 Prozent) oder H-Milch (plus 18,2 Prozent).

Quelle: n-tv.de, dpa