Politik

Entscheidung nächste Woche Hofreiter als Bahn-Aufsichtsrat im Gespräch

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Ausgewiesener Bahnkenner: Hofreiter leitete von 2011 bis 2013 den Verkehrsausschuss des Bundestages.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Verteilung der Ministerposten geht der Grünen-Politiker leer aus. Zuletzt profiliert Anton Hofreiter sich als Kanzler-Kritiker und Fürsprecher von Waffenlieferungen an die Ukraine. Nun wird er als Neuzugang im Aufsichtsrat der Bahn gehandelt. Ob er das will, ist unklar.

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter soll nach einem Medienbericht Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn werden. Wie das Nachrichtenportal "The Pioneer" berichtete, hat sich die Arbeitsgruppe Mobilität der Grünen-Bundestagsfraktion darauf verständigt, Hofreiter in das Kontrollgremium des bundeseigenen Konzerns zu entsenden. Der Vorschlag der Verkehrspolitiker liege nun der Fraktionsführung vor. Bei ihrer nächsten Sitzung am kommenden Dienstag solle die Fraktion über die Personalie entscheiden.

Wie aus Grünen-Fraktionskreisen zu erfahren war, ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob Hofreiter für den Bahn-Aufsichtsrat nominiert werden soll. Das Büro Hofreiters erklärte auf Anfrage, dieser wolle sich nicht äußern. Bereits klar ist, dass für die SPD-Fraktion Dorothee Martin und für die FDP Bernd Reuther in den Aufsichtsrat der Bahn sollen. Beide sind verkehrspolitische Sprecher ihrer Fraktionen.

Bei Ministerposten leer ausgegangen

Der langjährige Fraktionschef Hofreiter leitete von 2011 bis 2013 den Verkehrsausschuss des Bundestages. Er ist gegenwärtig Vorsitzender des Europaausschusses des Bundestags. Hofreiter musste bei der Besetzung der Kabinettsposten bei der Ampel-Regierungsbildung unerwartet zurückstecken. So war er etwa als künftiger Bundesverkehrsminister im Gespräch. Das Ressort ging dann aber doch an die FDP. Das Amt des Landwirtschaftsministers bekam Hofreiters grüner Parteikollege Cem Özdemir, was einen schmerzhaften Flügelstreit bei den Grünen auslöste. Hofreiter gehört, anders als Özdemir, dem linken Spektrum der Partei an.

Hofreiter hatte jüngst wiederholt Kritik am Kurs von Kanzler Olaf Scholz im Ukraine-Krieg geäußert und dem Sozialdemokraten vorgeworfen, zu zögerlich zu agieren. Hofreiter hatte gefordert, der Ukraine auch schwere Waffen zu liefern. Er verglich Scholz mit Vorgängerin Angela Merkel und resümierte: "Scholz ist Merkel sehr ähnlich, das ist das Problem."

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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