Parallel zum Ansturm auf CeutaHunderte Migranten drängen auch in spanische Exklave Melilla

Nach der Ankunft Tausender Migranten spitzt sich die Lage in Ceuta zu. Auch die spanische Exklave Melilla erlebt einen Andrang. Dort ist die Lage nach Behördenangaben jedoch unter Kontrolle.
Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden. Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gehalten.
In der 250 Kilometer westlich gelegenen Exklave Ceuta ist die Lage weiter angespannt. Schätzungen aus Polizeikreisen zufolge könnten innerhalb weniger Tage fast 50.000 Menschen aus Nordafrika nach Ceuta gelangt sein. Mindestens 18 Menschen seien bereits tot geborgen worden. In der vergangenen Nacht übernachteten in Ceuta Hunderte junge Migranten auf den Straßen, wie eine Reporterin der Zeitung "El País" berichtete. Viele von ihnen trügen kaum etwas am Leibe.
Die Zentralregierung in Madrid ordnete Medienberichten zufolge den Einsatz von in Ceuta stationierten Armee-Einheiten zur Unterstützung der Grenzbeamten an. Ministerpräsident Pedro Sánchez reist heute in das Gebiet. Die Bilder aus Ceuta wecken Erinnerungen an die Ereignisse vor fünf Jahren. Im Mai 2021 waren innerhalb von 36 Stunden mehr als 8000 Menschen von Marokko aus in die Exklave gestürmt.
Obwohl Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta und Melilla. Beide werden von Marokko beansprucht. In der Nähe beider Gebiete warten oft Tausende Menschen - vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara - auf eine Gelegenheit, in das zur EU gehörende Gebiet zu kommen.