Politik

Keine Trauung durch Imame mehr Innenministerium will Kinderehen verbieten

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Kinderehen - wie hier zu sehen in Gaza-Stadt - sind im Nahen Osten keine Seltenheit.

(Foto: REUTERS)

Knapp 1475 verheiratete Jugendliche soll es in Deutschland geben, die allermeisten von ihnen sind Mädchen. Wer Ehen zwischen Jugendlichen schließt, begeht nach dem Willen des Innenministeriums bald eine Ordnungswidrigkeit.

Das Bundesinnenministerium hat vorgeschlagen, das Schließen sogenannter Kinderehen durch muslimische Imame in Deutschland zu verbieten. Wie "Die Welt" berichtet, sollen alle religiösen Eheschließungen zwischen Minderjährigen verboten werden. Wer gegen das Verbot verstößt, begehe nach den Vorstellungen des Ministeriums eine Ordnungswidrigkeit und solle mit einem Bußgeld bestraft werden. Im Gespräch seien bis zu 1.000 Euro.

Dem Bericht zufolge hat das von Thomas de Maizière (CDU) geführte Bundesinnenministerium diesen Vorschlag in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu den Kinderehen gemacht. Die Arbeitsgruppe zu den Ehen Minderjähriger war Anfang September ins Leben gerufen worden und soll bis Jahresende Ergebnisse vorlegen.

Wie viele verheiratete Kinder und Jugendliche gegenwärtig in Deutschland leben, kann nur geschätzt werden. Im Ausländerzentralregister waren im Sommer dieses Jahres knapp 1.475 verheiratete Jugendliche verzeichnet, davon 481 unter 16 Jahren. 1.152 minderjährige Ehepartner waren Mädchen. Im Ausland von Minderjährigen geschlossene Ehen werden unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland anerkannt. Das deutsche Recht schreibt ein Mindestheiratsalter von 18 Jahren vor, in Ausnahmen von 16 Jahren.

Quelle: ntv.de, jve/epd