Politik

"Ein Erfolg" Integration besser als ihr Ruf

"Integration in Deutschland ist, trotz einiger Problemzonen, gesellschaftlich und politisch ein Erfolgsfall. Sie ist im internationalen Vergleich viel besser als ihr Ruf im Land", sagt der Vorsitzende des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Deutschland steht mit seiner Integrationspolitik im internationalen Vergleich einer Studie zufolge gut da. In vielen Bereichen sei die Eingliederung von Menschen mit ausländischen Wurzeln zufriedenstellend oder gut gelungen. Große Herausforderungen gebe es aber vor allem im Bildungsbereich. Dieses Fazit zog der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration aus seiner ersten Studie zu dem Thema.

So könne von gleichen Bildungs- und Lebenschancen der Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund nach wie vor keine Rede sein. In Deutschland kämen immer weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt und der Fachkräftemangel verschärfe sich - deswegen brauche das Land Zuwanderer. Deutschland müsse "attraktiver werden für Qualifizierte, die erwägen abzuwandern, und solche, die zögern zuzuwandern", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Klaus Bade.

"Trotz einiger Problemzonen"

Insgesamt zog er aber ein positives Fazit. "Integration in Deutschland ist, trotz einiger Problemzonen, gesellschaftlich und politisch ein Erfolgsfall. Sie ist im internationalen Vergleich viel besser als ihr Ruf im Land", sagte Bade. Zwar sei die Arbeitslosigkeit bei Zuwanderern und ihren Kindern in Deutschland etwa anderthalbmal so hoch wie in der übrigen Bevölkerung. In anderen europäischen Einwanderungsländern wie Schweden oder den Niederlanden sei dieses Risiko aber etwa dreimal so hoch.

Das Gremium stützt seine Einschätzung auf eine repräsentative Studie, für die rund 5600 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund befragt wurden. Der Sachverständigenrat wurde im Oktober 2008 von acht führenden Stiftungen gegründet. Er berät die Politik.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), sagte: "Wir müssen dringend die Startchancen von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien verbessern." So müssten junge Migranten in den Schulen gezielter gefördert werden. Hier seien die Länder gefordert. Grünen-Parteichef Cem Özdemir verlangte mehr Geld für die Bildung der Migrantenkinder.

Quelle: n-tv.de, dpa

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