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Viele Tote bei Anschlägen in Nigeria Islamisten attackieren Christen

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Ein zerstörtes Auto vor der Theresa-Kirche in Madalla.

(Foto: AP)

Nigeria wird von einer Welle der Gewalt erschüttert. Bei mehreren Anschlägen auf Kirchen werden Dutzende Christen getötet. Zahlreiche Menschen werden verletzt. Zu der Anschlagsserie bekennen sich Islamisten. Der Papst verurteilt die Attentate.

In Nigeria sind am ersten Weihnachtsfeiertag bei einer ganzen Reihe von Anschlägen auf Kirchen nach jüngsten Angaben 40 Menschen getötet worden. Allein bei einem Bombenattentat auf eine katholische Kirche in einem Vorort der Hauptstadt Abuja kommen 35 Menschen ums Leben. Der Sprengsatz wurde während des Gottesdienstes gezündet. Zu der Anschlagsserie bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram. In einer bei der Presse eingegangenen Stellungnahme erklärte Abu Qaqa, der als Sprecher der Islamisten fungiert, die Gruppe habe die Anschläge verübt.       

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Seit Monaten wird Nigeria von einer Welle der Gewalt erschüttert.

(Foto: AP)

Augenzeugen berichteten, die Kirche Sankt Theresa in Madala, einem Vorort von Abuja, sei voll besetzt gewesen. "Ich war mit meiner Familie in der Kirche", berichtete ein Mann. Als er die Explosion gehört habe, sei er nach draußen gerannt. "Jetzt weiß ich nicht, wo meine Kinder und meine Frau sind." Einige Augenzeugen berichteten, die Explosion habe sich in der Kirche ereignet, andere vermuteten den Sprengsatz dagegen außerhalb des Gebäudes. Durch die Wucht der Detonation seien in der Umgebung Fensterscheiben zu Bruch gegangen.           

Wenige Stunden nach dieser Explosion detonierte in Gadaka im Nordosten des Landes ein Sprengsatz. Auch hier war eine Kirche das Ziel. Anwohner berichteten, viele Menschen seien verletzt worden. In Jos im Zentrum Nigerias wurde ebenfalls eine Kirche angegriffen. Dabei wurde ein Polizist verletzt. In Damaturu im Norden des Landes berichteten Anwohner von zwei Detonationen. Damit wurden insgesamt fünf Attentate verübt.

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Dutzende Menschen werden verletzt.

(Foto: AP)

Der Vatikan verurteilte die Anschläge und sprach von blinder Gewalt, die den Hass zwischen den Glaubensgemeinschaften in Nigeria schüre. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle kritisierte die Anschläge. Der FDP-Politiker forderte dazu auf, sich "dem Übel des Terrorismus, von Gewalt und Unterdrückung mit ganzer Kraft entgegen zu stellen". Bundespräsident Christian Wulff verurteilte die Anschläge und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Diese feige Gewalt ist von keiner Religion gedeckt", hieß es in dem Beileidstelegegramm Wulffs an den nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan. Es sei "besonders verabscheuungswürdig, dass  sich die Anschläge gegen Menschen richteten, die sich friedlich an Weihnachten in ihren Gotteshäusern versammelt hatten". 

Reihe von Anschlägen

In den vergangenen Monaten wurde Boko Haram für eine Reihe von Überfällen und Anschlägen auf Christen in Nigeria verantwortlich gemacht. Im August hatte sich die Gruppe zu einem Selbstmordanschlag auf das UN-Quartier bekannt, bei dem 23 Menschen getötet und 76 verletzt worden waren. Seitdem gehen die nigerianischen Sicherheitskräfte verstärkt gegen die Islamisten vor. Am Samstag waren bei Kämpfen zwischen Armee und Anhängern von Boko Haram mindestens 68 Menschen im Norden des Landes getötet worden.

Im vergangenen Jahr gab es mehr als 80 Tote bei Angriffen auf christliche Weihnachtsfeiern. Bei Bombenanschlägen in Abuja an Silvester 2010 starben 30 Menschen. Nigeria ist mit etwa 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Im Süden leben hauptsächlich Christen, im Norden Muslime. Das Anschläge auf Hotels erwartet erst kürzlich vor Anschlägen in Nigeria.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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