Politik

"Israelische PR-Kampagne" Israel bietet Sofort-Gespräche an

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die sofortige Aufnahme von Friedensgesprächen angeboten.

2l7n5430.jpg2919315260971558963.jpg

Die Palästinenser wollen den Worten Netanjahus keinen Glauben schenken.

(Foto: dpa)

Netanjahu sagte während der wöchentlichen Kabinettssitzung, die diesmal in der Wüstenstadt Beerschewa stattfand: "Ich schlage dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, Abu Masen (Abbas) vor, sich mit mir in Kürze an irgendeinem Ort in Israel zu treffen." Auch Beerschewa, Hauptstadt der Negev-Wüste, komme als Treffpunkt in Frage, sagte der Regierungschef.

Von palästinensischer Seite wurde der Aufruf Netanjahus jedoch als unaufrichtig interpretiert. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat beschrieb ihn als "Teil einer israelischen PR-Kampagne". "Über Frieden zu sprechen und Frieden zu schließen ist etwas ganz anderes", sagte Erekat. Netanjahu wolle bei der internationalen Gemeinschaft den Anschein erwecken, dass er sich um Friedensgespräche bemühe und die Palästinenser dies verweigerten. "Nicht wir haben die Verhandlungen unterbrochen, sondern die Israelis", betonte Erekat.

Siedlungsstopp weiter kein Thema

CYPRUS_PALESTINIANS_NIC105.jpg6534666728791608456.jpg

Abbas hat keine Lust auf die israelischen Spielchen und stellt klare Forderungen.

(Foto: AP)

Die Palästinenser fordern als Bedingung für eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit Israel einen vollständigen israelischen Siedlungsstopp in den Palästinensergebieten. Dazu hat Netanjahu sich bislang nicht bereiterklärt. Er will keine neuen Siedlungen bauen und kein weiteres palästinensisches Land konfiszieren, besteht jedoch auf dem "natürlichen Wachstum" in den bestehenden Siedlungen.

Abbas sagte, die Palästinenser forderten einen unabhängigen Staat in den Grenzen von 1967. Ein solcher Staat müsse das Westjordanland, Ost-Jerusalem, Teile des Toten Meers und des Jordan-Flusses sowie das Niemandsland zwischen Israel und den Palästinensergebieten umschließen. Man wolle auch eine Verbindung zwischen dem Westjordanland und Gazastreifen.

Quelle: ntv.de, rts

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.