Politik

500 Tonnen Zement und Beton verbaut Israel entdeckt "Terror-Tunnel" unter Grenze

3eif4747.jpg4649278313296810546.jpg

Bis zu 500 Tonnen Zement sollen für den Bau des Tunnels verwendet worden sein.

(Foto: dpa)

Kürzlich gibt Israel seine jahrelange Blockadehaltung gegenüber den Palästinensern auf und beliefert den Gazastreifen wieder mit Baumaterialien. Jetzt entdeckt die Armee einen kilometerlangen Tunnel unter der Grenze. Prompt folgen Konsequenzen.

Die israelische Armee hat einen unterirdischen Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Israel entdeckt und zerstört. Das Militär geht davon aus, dass militante Palästinenser ihn für Anschläge oder die Entführung israelischer Soldaten nutzen wollten. Der Tunnel habe etwa 20 Meter unter der Erde gelegen und sei 2,5 Kilometer lang gewesen, teilte das Militär mit. Außerdem sei darin Sprengstoff gefunden worden.

Laut israelischer Medien führte der unterirdische Gang in Richtung des grenznahen Kibbuzes Ein Haschloscha. Auf palästinensischer Seite habe er einen Ausgang in der Nähe von Chan Junis gehabt. Entdeckt wurde der Tunnel bereits Anfang vergangener Woche, nachdem Anwohner ungewöhnliche Geräusche in der stark bewachten Grenzgegend gemeldet hatten.

Wahrscheinlich noch weitere Tunnel

Brigadegeneral Mickey Edelstein, der für den Gazastreifen zuständig ist, sagte: "Die israelische Armee geht davon aus, dass es weitere solcher Tunnel gibt, die Zivilisten und Sicherheitskräfte in der Gegend gefährden." Der Bau des Tunnels hätte mindestens einen ganzen Monat gedauert. Dabei seien etwa 500 Tonnen Zement und Beton verwendet worden.

Israels Verteidigungsminister Moshe Yaalon nannte die Entdeckung des von ihm als "Terror-Tunnels" titulierten Baues als Beweis, dass die Hamas weiterhin Anschläge plane und diese nach Möglichkeit auch durchzuführen versuche. Da bestimmte Baustoffe für die Konstruktion des Tunnels verwendet worden seien, stoppte Israel bis auf weiteres den Transport von solchen Materialien in den Gazastreifen. Erst im vergangenen Monat wurde erstmals seit sechs Jahren wieder die Einfuhr von Baumaterial für private Baustellen erlaubt.

Gazastreifen rechnete mit 130 LKW Baumaterial

Wie die israelische Menschenrechtsorganisation Gisha berichtet, waren deshalb allein am Sonntag 70 LKW mit Baustoffen für private und 60 Wagen für humanitäre Zwecke im Gazastreifen erwartet worden.

Die im Gazastreifen regierende Hamas beschuldigte Israel die Situation "zu übertreiben". Die israelische Regierung versuche lediglich durch den Fund ihre Blockadehaltung zu rechtfertigen, sagte ein Sprecher.

Insgesamt war es bereits der dritte Tunnel dieser Art, der in diesem Jahr entlang Israels Grenze zum Gazastreifen gefunden wurde. Ähnliche unterirdische Gänge hatten in der Vergangenheit zu Angriffen aus dem Gazastreifen geführt. So wurde 2006 der israelische Soldat Gilad Schalit entführt und fünf Jahre lang gefangen gehalten, nachdem militante Palästinenser durch einen Tunnel auf israelisches Gebiet gelangt waren.

Quelle: ntv.de, lou/dpa