Politik

Bewegende TonaufnahmenIsrael ermittelt zum Tod des palästinensischen Mädchens Hind Rajab

19.08.2026, 15:21 Uhr
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Während einer Kundgebung an einem Strand in Spanien halten Menschen ein riesiges Porträt von Hind Rajab und fordern Freiheit für die Kinder in Gaza. (Foto: dpa)

Ihr Tod wurde mittlerweile sogar verfilmt: Israelische Soldaten beschießen im Januar 2024 eine palästinensische Familie. Die fünfjährige Hind Rajab überlebt zunächst, ihre Rufe nach Hilfe werden aber wohl stundenlang bis zu ihrem Tod ignoriert. Israels Armee nimmt nun Ermittlungen auf.

Die israelische Armee leitet strafrechtliche Ermittlungen zum Tod des palästinensischen Mädchens Hind Rajab sowie von Sanitätern im Gaza-Krieg ein. Insgesamt seien fünf tödliche Vorfälle im Gazastreifen untersucht worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs.

Hind starb im Januar 2024, nachdem das Auto, in dem sie mit Verwandten vor israelischen Angriffen floh, beschossen wurde. Sie überlebte zunächst und wurde verletzt. In Tonaufnahmen eines Notrufs war zu hören, wie sie stundenlang um Hilfe flehte, bevor sie starb. Der Fall, einschließlich dieser Audioaufnahmen, wurde später in dem teils dokumentarischen, teils fiktionalen Film "Die Stimme von Hind Rajab" aufgearbeitet. Der Film erhielt im Februar bei einer Gala in Berlin den Preis als "wertvollster Film".

Die Untersuchung habe ergeben, dass israelische Soldaten zunächst auf ein Fahrzeug der Familie geschossen hätten, wobei fünf Menschen getötet worden seien, hieß es nun in der Mitteilung der Armee. Hind und ihre Cousine hätten zunächst überlebt. Später seien Vorwürfen zufolge bei einem koordinierten Rettungseinsatz zwei Sanitäter durch eine Mörsergranate getötet worden.

Hind, damals fünf Jahre alt, soll sich nach dem Beschuss des Autos in einem Telefonat mit der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft (PRCS) befunden haben. So kam auch die Tonaufnahme, die die Basis des Films "Die Stimme von Hind Rajab" bildet, zustande. Die PRCS erklärte gegenüber dem britischen Sender BBC, es habe mehrere Stunden gedauert, den Rettungseinsatz zu koordinieren. Beim Einsatz seien die palästinensischen Rettungssanitäter vor Ort von der israelischen Armee beschossen worden.

Erst mehrere Tage später seien die Leichen von sieben Familienmitgliedern, darunter die beiden Mädchen, sowie der beiden Sanitäter geborgen worden. Wegen mutmaßlicher Fehler bei der Koordinierung des Rettungseinsatzes sei in dem Fall eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet worden. Auch in einem weiteren Fall, bei dem im März vergangenen Jahres 15 Palästinenser getötet worden waren, darunter auch mehrere Sanitäter, wurden den Angaben zufolge strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: ntv.de, nvm/dpa

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