Politik

"Es ist Zeit für Frieden" Israel und Bahrain eröffnen bald Botschaften

imago0103389280h.jpg

Israels Außenminister Gabi Aschkenasi: "Die Region hat zu viele Konflikte und Kriege erlebt."

(Foto: imago images/UPI Photo)

Erst kürzlich vereinbaren Israel und Bahrain die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Damit rückt Bahrain von der bisherigen Politik ab, Beziehungen mit Israel zu verweigern, solange der Palästinenser-Konflikt ungelöst ist. Nun wollen beide Länder beim jeweils anderen Botschaften eröffnen - sogar schon sehr bald.

Israel und Bahrain streben bis Jahresende die Eröffnung von Botschaften in dem jeweils anderen Land an. Dies kündigte Israels Außenminister Gabi Aschkenasi am heutigen Mittwoch in Jerusalem an. Beim ersten Besuch eines bahrainischen Außenministers in Israel sagte er: "Die Region hat zu viele Konflikte und Kriege erlebt. Es ist Zeit für Frieden."

AP_20292420664907.jpg

Abdullatif bin Raschid al-Sajani: In beiden Ländern gibt es den klaren Willen, die Zusammenarbeit funktionieren zu lassen.

(Foto: AP)

Sein bahrainischer Kollege Abdullatif bin Raschid al-Sajani sagte, man habe Israels Anfrage zur Eröffnung einer Botschaft in der Hauptstadt Manama angenommen. Aschkenasi wolle zudem im Dezember in Bahrain an einem regionalen Sicherheitsforum teilnehmen. In beiden Ländern gebe es den klaren Willen, die Zusammenarbeit funktionieren zu lassen.

Abrücken von bisheriger Linie

Israel hatte im September in Washington mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. Die Golfstaaten versprechen sich wirtschaftliche Vorteile, schmieden aber mit Israel vor allem eine Allianz gegen den gemeinsamen Erzfeind Iran. Bahrain und die VAE rückten damit von der bisherigen Linie ab, Beziehungen mit Israel zu verweigern, solange der Konflikt mit den Palästinensern nicht gelöst ist.

Mehr zum Thema

Im Gegenzug kündigte Israel an, die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland auszusetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Aschkenasi bekräftigte seinen Aufruf an die Palästinenser, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zugleich begrüßte er die Absicht der Palästinenser, die Sicherheitskooperation mit Israel nach mehrmonatiger Pause wieder aufzunehmen.

Al-Sajani war am Vormittag in Israel eingetroffen. Auf seiner Agenda standen noch Treffen mit Präsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Für den späten Nachmittag ist ein gemeinsames Gespräch Al-Sajanis mit Netanjahu, Aschkenasi und US-Außenminister Mike Pompeo geplant. Die USA hatten bei der Annäherung der Länder vermittelt.

Quelle: ntv.de, abe/dpa