Politik

Neue Rempelei gegen Macron Italien hofiert französische Gelbwesten

109750445.jpg

Italiens Vize-Regierungschef Luigi Di Maio provoziert die französische Regierung: "Der Wind des Wandels hat die Alpen überquert", erklärte er nach einem Treffen mit den Gelbwesten in Frankreich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kurz vor der Europawahl im Mai nähern sich Italiens Fünf-Sterne-Bewegung und die französische Protestbewegung "Gelbwesten" an. Einen Besuch des italienischen Vize-Regierungschefs bei den Gelbwesten deutet die Regierung Macron als das, was er sein soll: ein Affront.

Frankreich hat empört auf ein Treffen des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio mit Vertretern der "Gelbwesten" in Frankreich reagiert. Dies sei eine "neue Provokation" und "zwischen Partnern im Herzen der Europäischen Union nicht akzeptabel", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Paris. Frankreich werde nun den französischen Botschafter für Konsultationen aus Rom zurückrufen.

*Datenschutz

Di Maio hatte sich zuvor mit einem Sprecher der französischen Protestbewegung, Christophe Chalençon, sowie mehreren Kandidaten der "Gelbwesten" für die Europawahl im Mai getroffen. Das Büro des Politikers der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) hatte anschließend mitgeteilt, mit den Kandidaten solle es in den "kommenden Wochen" ein weiteres Treffen in Rom geben.

Zwischen den "Gelbwesten" und der Fünf-Sterne-Bewegung bestünden viele "gemeinsame Punkte", erklärte Di Maios Büro. Dies betreffe etwa die Themen soziale Gerechtigkeit, direkte Demokratie und Umwelt. "Der Wind des Wandels hat die Alpen überquert", erklärte Di Maio nach dem Treffen über Twitter.

Die Regierung Italiens aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechtsradikaler Lega-Partei hatte sich bereits im vergangenen Monat hinter die "Gelbwesten" gestellt. "Gelbwesten - bleibt standhaft!", erklärte Di Maio damals. Der italienische Vize-Regierungschef und Innenminister Matteo Salvini hatte erklärt, er unterstütze "ehrenhafte Bürger" in ihrem Protest gegen Präsident Emmanuel Macron, der "gegen sein Volk" regiere.

Rom liegt bereits seit längerem mit Macron im Clinch - unter anderem wegen Italiens restriktiver Einwanderungspolitik. Die "Gelbwesten" fordern bei ihren wöchentlichen Kundgebungen den Rücktritt Macrons.

Erst kürzlich hatte Frankreich Italiens Botschafterin wegen "inakzeptabler Äußerungen" Di Maios einbestellt. Die Massenflucht aus Afrika sei darauf zurückzuführen, "dass bestimmte europäische Länder, Frankreich an erster Stelle, nie aufgehört haben, Dutzende afrikanische Länder zu kolonisieren", hatte Di Maio im Januar gesagt.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/rts

Mehr zum Thema