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Dienstag, 07. November 2017

Dorothee Bär in Klamroths Konter: Jamaika-Gespräche ohne "echte rote Linien"

Kompromisse müsse man auch in der eigenen Partei eingehen, meint CSU-Politikerin Dorothee Bär zu den Sondierungsgesprächen. Warum eine Jamaika-Koalition trotzdem nicht "wahnsinnig gut zusammenpasst", erklärt sie in Klamroths Konter.

Von außen betrachtet, könnten die Jamaika-Gespräche so einfach verlaufen. Die Obergrenze für Flüchtlinge, das Abschalten der Kohlekraftwerke oder die Staatsschulden weiter drücken - doch viele Themenpunkte der Sondierungsrunde sorgen bei den Fraktionen für Uneinigkeit. Dabei gebe es "echte rote Linien nicht", erklärt die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär dazu in Klamroths Konter auf n-tv. In einer Koalition müsse man, "wie in der eigenen Partei auch, Kompromisse eingehen. Das ist klar".

Und dennoch zeigt sich die 39-Jährige nicht vollends überzeugt von der möglichen neuen Regierung. Insgesamt passe Jamaika "nicht wahnsinnig gut zusammen". Jede Partei habe ihre eigenen Interessen im Blick. "Ich glaube schon, dass die Grünen unbedingt regieren wollen, und auch die FDP kommt mir kraftstrotzend vor."

CSU nicht wie der FC Bayern

Bär verliert aber auch nicht die Perspektive des Wählers aus den Augen: "Der Plan für jemanden, der aus Überzeugung CSU wählt, war sicherlich nicht - obwohl ich ihn persönlich mag -, dass jemand wie Toni Hofreiter jetzt Verantwortung in Deutschland übernimmt oder, noch schlimmer, Jürgen Trittin."

Dabei schaut sie mit der CSU natürlich bereits Richtung Landtagswahlen 2018. Das bayerische Ergebnis bei der Bundestagswahl beschreibt sie als "beschissen" und als "Schock am Wahlabend". Der schlechte Zuspruch in Bayern ließ in der Folge auch verstärkte Kritik am Parteivorsitzenden Horst Seehofer laut werden.

Die CSU in der Krise, so wie vor wenigen Wochen noch der FC Bayern München - Bärs Lieblingsklub. Beim deutschen Rekordmeister wurde mit Jupp Heynckes der alte Chef reinstalliert. Klamroths Anspielung, ob ein ähnliches Verfahren auch auf die CSU übertragbar wäre, verneinte die CSU-Abgeordnete. Sie glaube nicht, dass Edmund Stoiber an die Parteispitze zurückkehren könnte. Ein klares Bekenntnis für den aktuellen Vorsitzenden Seehofer lieferte Bär aber auch nicht. "Wir haben ausgemacht, das Thema nach den Sondierungen zu besprechen und intern viel zu diskutieren."

"CSU nicht sexistischer als andere Parteien"

Früher stand Bär noch öffentlichkeitsdienlich als "schmückendes Beiwerk" für CSU-Fotos bereit. Diese Zeiten haben sich inzwischen geändert und dennoch gibt die #metoo-Kampagne gegen sexuelle Belästigung von Frauen Moderator Louis Klamroth Anlass zu fragen, "wie sexistisch die CSU eigentlich ist".

Bär findet die Debatte "schwierig, weil sich einiges vermischt - zwischen einem lockeren Spruch und einem sexuellen Übergriff". Da bestehe ein gravierender Unterschied. Jeder habe da seine persönlichen Schmerzgrenzen, was Sprüche betrifft. Dabei wolle Bär das Problem nicht auf die Politik reduzieren. Das sei in den Medien genauso vertreten wie in anderen Bereichen auch. In der Politiklandschaft sei die CSU daher "nicht sexistischer als andere Parteien".

"Klamroths Konter" läuft heute um 23.30 Uhr bei n-tv und ist bereits vorab online und mobil abrufbar. Nach der Ausstrahlung steht die Sendung auch bei TV NOW zum Abruf bereit. Die Wiederholung im TV gibt es am Mittwoch, den 8. November um 17.30 Uhr.

Quelle: n-tv.de

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