Politik

Kein Streit wegen Krippenplätzen Käßmann warnt Kirchen

Beim geplanten Ausbau von Krippenplätzen hat die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann vor einem Streit zwischen den Kirchen gewarnt. "Ich würde ungern sehen, dass das ein evangelisch-katholisches Streitthema wird, gerade weil wir ja gemeinsam für mehr Mut zu Kindern eintreten wollen", sagte Käßmann am Montag. Sie kritisierte erneut die umstrittenen familienpolitischen Äußerungen des Augsburger Bischofs Walter Mixa. "Ich frage mich oft, was ist dieses besondere deutsche Mutterbild, das meint, nur wenn das Kind die ersten Jahre ganz von der Mutter versorgt ist, geht es ihm gut", erklärte Käßmann. Mixa habe aber ausgesprochen, was viele denken. "Ich erlebe in Diskussionen, dass das keine Einzelmeinung ist."

Mixa hatte in den vergangenen Wochen vehement vor einer zu frühen Kinderbetreuung außerhalb der Familie gewarnt. Die Pläne von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zum Ausbau der Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren hatte er scharf kritisiert. Käßmann betonte, sie sei sehr froh, dass die katholischen Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung am Wochenende den Ausbau von Krippenplätzen unterstützt hätten. "Kardinal Lehmann hat eine klare Vorgabe gemacht", sagte Käßmann.

Sie mahnte eine "echte Wahlfreiheit" bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. "Fakt ist, jetzt gibt es noch keine Wahlfreiheit", sagte Käßmann. Die hannoversche Landeskirche plane deshalb, die derzeit knapp 700 Krippenplätze mehr als zu verdoppeln. "Das wird eine finanzielle Anstrengung. Da geht es für unsere Landeskirche um zwei Millionen Euro", sagte Käßmann. Sie sei aber zuversichtlich, dass das Vorhaben im Juni beschlossen werde. Die Landeskirche ist mit 3,1 Millionen Mitgliedern die größte in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.