Politik

Bundeswehr Kein "Balkan-Syndrom" bei deutschen Soldaten

Die Bundeswehr hat keinen Hinweis darauf, dass deutsche Friedenssoldaten bei ihrem Einsatz im Kosovo Erkrankungen durch Reste von Uran-Munition erlitten haben.

Bei Untersuchungen von Soldaten seien bislang keine Erkrankungen festgestellt worden, die auf Kontakte mit Uran belasteter Munition zurückzuführen seien, teilte das Verteidigungsministerium in einer Erklärung mit. Die Untersuchungen liefen seit Ende vergangenen Jahres und umfassten einen repräsentativen Querschnitt der zurückkehrenden Truppe. Die Zahl der bislang untersuchten Soldaten war nicht bekannt.

Presseberichten zufolge stehen von der NATO im Kosovo-Krieg 1999 eingesetzte Urangeschosse im Verdacht, unter anderem Krebs auszulösen.

Die als "Balkan-Syndrom" bezeichnete Erkrankung unter ehemaligen Friedenssoldaten und Hilfskräften in Jugoslawien hat Besorgnis in mehreren europäischen Staaten ausgelöst, die Friedenstruppen auf den Balkan entsandt haben. In Italien sind bislang sechs ehemalige Friedenssoldaten an Krebs gestorben, deren Leiden in Verbindung mit dem "Balkan-Syndrom" gestanden habe. Die Militär-Staatsanwaltschaft ermittle in etwa 20 derartigen Fällen.

Belgien hatte die Staaten der Europäischen Union (EU) aufgefordert, bei der Erforschung des "Balkan-Syndroms" zusammenzuarbeiten. Verteidigungsminister Andre Flahaut forderte seine 14 Amtskollegen auf, über das Problem auf einer Sondersitzung zu beraten. Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums sind neun ehemalige Friedenssoldaten an Krebs erkrankt, die in Bosnien und anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien eingesetzt waren. Fünf sollen Presseberichten zufolge gestorben sein. Andere Teilnehmer an Friedenseinsätzen im ehemaligen Jugoslawien litten unter anderem an Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, deren Ursache unklar sei.

Das US-Verteidigungsministerium hatte im März erklärt, von den Überresten der Geschosse gehe keine Gefahr für die Gesundheit aus. Die NATO hatte die Urangeschosse als panzerbrechende Munition eingesetzt.

Quelle: n-tv.de