Politik

Spanien blockt Marokko Keine Rückgabe von Land

Erneut hat Spanien am Samstag einen Anspruch Marokkos auf die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zurückgewiesen.

„Es wird keine Verhandlungen über Ceuta und Melilla geben, beide sind seit Jahrhunderten spanische Städte, die von der spanischen Verfassung und internationalem Recht anerkannt sind“, sagte der stellvertretende spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy in Madrid.

Rajoy bezog sich damit auf eine Äußerung des marokkanischen Kommunikationsministers Mohamed Achaari vom Freitag, in der dieser zur Befreiung der beiden Exklaven vor der nordafrikanischen Küste aufgerufen hatte.

In einem Aufruf an die Bevölkerung forderte Achaari, "alle Kräfte zu mobilisieren, damit die besetzten Territorien der Städte Ceuta und Melilla sowie der (unbewohnten) Chafarinas-Inseln befreit werden."

Der marokkanische König Mohammed VI hatte bereits in der vergangenen Woche den Anspruch seines Landes auf Ceuta und Melilla bekräftigt.

Spanien und Marokko hatten im Juli nach mehreren Tagen ihren Streit um die unbewohnte Felseninsel Perejil beigelegt. Ein Treffen von Vertretern beider Staaten wird für September erwartet.

Nachdem in Melilla am Wochenende Gerüchte aufgekommen waren, die Grenze zu Marokko solle geschlossen werden, brachen nach Behördenangaben Dutzende von Spaniern ihre Wochenend-Ausflüge in marokkanische Nachbarorte ab. Die Gerüchte erwiesen sich jedoch als haltlos.

Neue Linie in Rabat

Am vergangenen Dienstag hatte der marokkanische König Mohammed VI. die Ansprüche seines Landes auf die Nordafrika-Exklaven Spaniens in einer Rede anlässlich des dritten Jahrestages seiner Thronbesteigung wieder auf die Tagesordnung gebracht. Sein Vater, König Hassan II., hatte in dieser Frage stets Zurückhaltung geübt.

Ceuta und Melilla, zwei alte Festungen mit heute 72.000 und 60.000 Einwohnern, liegen an der Küste Nordafrikas und sind nach Süden nur von marokkanischem Territorium umschlossen. Für die Marokkaner sind die spanischen Besitzungen Relikte der Kolonialzeit.

Quelle: ntv.de