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USA drohen Russland Kiew meldet getöteten Soldaten in Donbass

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Ukrainischer Soldat im Osten des Landes.

(Foto: AP)

Die Lage in der Ostukraine spitzt sich weiter zu. Erneut meldet die Regierung in Kiew einen gefallenen Soldaten in der Konfliktregion. Aufgrund des Aufmarsches russischer Truppen an der Grenze warnt US-Außenminister Blinken den Kreml vor einer Verschärfung des Konflikts.

Im Osten der Ukraine ist nach Militärangaben aus Kiew erneut ein Soldat von prorussischen Kämpfern erschossen worden. Ein weiterer Militärangehöriger sei bei dem "feindlichen Angriff" verletzt worden, teilten die Streitkräfte am Sonntag in Kiew mit. Nach Regierungsangaben wurden seit Jahresbeginn bereits 26 ukrainische Soldaten getötet - im gesamten vergangenen Jahr waren es demnach 50.

Die Spannungen in der Konfliktregion Donbass im Osten der Ukraine hatten sich zuletzt ungeachtet einer geltenden Waffenruhe massiv verschärft. Die Positionen der ukrainischen Regierungstruppen wurden der Mitteilung zufolge seit Samstag neun Mal beschossen. Auch die von moskautreuen Separatisten kontrollierte Region Donezk warf dem ukrainischen Militär Angriffe vor.

Russland und die Ukraine, die in der Region Truppen zusammengezogen haben, machten sich gegenseitig für die neue Eskalation in dem seit sieben Jahren andauernden Konflikt verantwortlich. Der Kreml drohte zuletzt erstmals ganz offen damit, im Fall einer militärischen Offensive von ukrainischer Seite in den Konflikt einzugreifen. Moskaus Militärdoktrin erlaubt einen solchen Schritt zum Schutz russischer Staatsbürger im Ausland. Russland hat in den von Separatisten kontrollierten Regionen der Gebiete Luhansk und Donezk mehr als 400.000 Pässe an Bürger ausgegeben.

AKK fordert eine Erklärung von Moskau

Die US-Regierung hatte diese Woche erklärt, die Zahl der russischen Soldaten an der ukrainischen Grenze sei nun so hoch, wie seit der Annexion der Krim und dem Beginn der Kämpfe in der Ostukraine im Jahr 2014 nicht mehr. US-Außenminister Antony Blinken warnte Russland am Sonntag in einem Interview vor "Konsequenzen", wenn es sich "aggressiv" gegenüber der Ukraine verhalte.

Er habe "echte Sorge wegen Russlands Handlungen an den Grenzen zur Ukraine", sagte Blinken dem US-Sender NBC. Die Verbündeten und Partner der USA in Europa teilten alle diese Sorge. Daher stehe Washington mit diesen Ländern "in sehr engem Kontakt, in enger Abstimmung". US-Präsident Joe Biden habe seine Haltung sehr deutlich gemacht, führte sein Außenminister aus. "Wenn Russland rücksichtslos oder aggressiv handelt, wird es Kosten geben, es wird Konsequenzen haben."

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Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer forderte von Moskau eine Erklärung russischer Absichten. "Wenn Russland nichts zu verbergen hat, könnte es leicht erklären, welche Truppen wohin bewegt werden und zu welchem Ziel", schrieb die Ministerin am Samstag bei Twitter. Russland hatte zuletzt erklärt, dass es für Truppenbewegungen auf seinem Gebiet niemandem Rechenschaft schuldig sei.

Deutschland kritisierte zudem, dass Russland am Samstag nicht an einer Sitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilgenommen habe. In Wien wollte die Ukraine die Eskalation der Lage diskutieren. Russland habe als OSZE-Mitglied Verpflichtungen und müsse sich zu den Sorgen der anderen Staaten äußern, hieß es. "Russland muss deeskalieren und den Charakter seiner Truppenbewegungen in der Nähe der ukrainischen Grenze aufklären", teilte die deutsche OSZE-Vertretung mit.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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