Politik

Sanktionen für den Ex-Kanzler Klitschko zu Schröder: "Zieh doch nach Moskau!"

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Vitali Klitschko wirft Schröder "Propaganda für den Kreml" vor.

(Foto: REUTERS)

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Die SPD will Ex-Kanzler Schröder gerne loswerden, Kiews Bürgermeister Klitschko dagegen noch mehr: Er fordert, dass Schröders Konten eingefroren werden und ein Flugverbot: "Schröder ist Teil des Putin-Systems", sagt er - und stellt gar dessen Wohnsitz in Hannover infrage.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat Sanktionen des Westens gegen Altkanzler Gerhard Schröder gefordert. "Alle diejenigen, die weiterhin für Kriegsverbrecher Putin arbeiten, müssen hart sanktioniert werden", sagte Klitschko der "Bild"-Zeitung. Wenn Schröder "weiterhin Millionen vom Kreml" als Lobbyist kassiere, müsse darüber nachgedacht werden, ob Schröders Konten eingefroren und er etwa für die USA auf eine Flugverbotsliste gesetzt werden könne.

"Schröder ist Teil des Putin-Systems und damit mitverantwortlich für das Abschlachten von Frauen und Kindern in der Ukraine", sagte Klitschko. Er kritisierte die von der "New York Times" am Wochenende zitierten Aussagen Schröders als "Propaganda für den Kreml". Klitschko legte Schröder dabei einen Umzug nach Moskau nahe: "Angesichts seiner Propaganda für den Kreml fragt man sich, warum Schröder in Hannover wohnt und nicht in Moskau. Wenn er weiter für Mörder arbeitet, kann man nur sagen: Zieh doch nach Moskau!"

Der Altkanzler steht wegen seiner freundschaftlichen Beziehung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und seiner Jobs bei russischen Energieunternehmen massiv in der Kritik, auch in der eigenen Partei. Mehrere Orts- und Kreisverbände der SPD haben bereits Parteiordnungsverfahren gegen Schröder angestoßen, mit dem Ziel, ihn auszuschließen. SPD-Co-Chefin Saskia Esken legte Schröder einen Parteiaustritt nahe.

Schröder hatte der "New York Times" nach Angaben vom Samstag gesagt, er würde nur dann von den Ämtern bei staatlichen russischen Unternehmen zurücktreten, wenn Russland von sich aus die Energielieferungen nach Deutschland einstellen würde. Er bezeichnete den russischen Einmarsch in der Ukraine zwar als "Fehler", zeigte sich aber gleichzeitig überzeugt, dass sich die massiven Wirtschaftssanktionen gegen Russland auf längere Sicht nicht durchhalten ließen.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 25. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jog/AFP

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